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SG Flensburg-Handewitt
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Handballtrainer Eyjolfsson sehr zufrieden mit Saisonverlauf beim TV Hüttenberg

Gießener Anzeiger

Samstag, den 22. Oktober 2016 um 11:17 Uhr

HÜTTENBERG. Von Florian Deis. - Mit Adalsteinn Eyjolfsson ist beim TV Hüttenberg der Turnaround gelungen. Nach dem Abstieg 2015 führte der akribische und ehrgeizige Isländer, seit Januar 2015 im Amt, die Mittelhessen erst zur souveränen Drittligameisterschaft und nun schnurstracks ins obere Drittel der 2. Handball-Bundesliga. Der TVH-Trainer kennt die Spielklasse aus seiner Zeit beim ThSV Eisenach. Mittlerweile ist der 39-Jährige in Mittelhessen heimisch geworden. "Ich fühle mich sehr wohl in Hüttenberg, komme gut klar mit der Aufgabe und es macht Riesenspaß mit den Jungs zu arbeiten", sagt Eyjolfsson. Und weil Hüttenberg die Handkäsemetropole ist, hat er auch eben diesen schon verköstigt. "Mir hat es gut geschmeckt - vor allem mit Zwiebel und Essig fand ich das sehr gut." Ein positives Zeugnis darf man nach sechs Siegen aus neun Partien auch dem TV Hüttenberg ausstellen. Der Saisonauftakt ist mit 12:6 Punkten bestens gelungen, der Aufsteiger ist eine der Überraschungsmannschaften. Über das bisherige Abschneiden, das Erfolgsrezept und die Bedingungen für eine Zweitligazukunft spricht Eyjolfsson im Interview mit dem Gießener Anzeiger.

Sind Sie eigentlich Optimist, Herr Eyjolfsson?
Ich würde mich als Realist bezeichnen, aber trotzdem eher in Richtung Optimist. Ich finde, man sollte immer denken, dass man etwas schaffen kann. Von vorneherein zu sagen, etwas geht nicht, das mag ich nicht.

Und hätten Sie als optimistischer Realist einen solchen Start erwartet?
Wenn man als Aufsteiger in eine neue Liga kommt, ist das schwierig zu beurteilen. Ich kenne die Liga zwar seit vielen Jahren, war mir aber nach einem Jahr in der 3. Liga hinsichtlich der Stärke nicht ganz sicher. Es war für mich ein offenes Feld. Ich dachte, dass wir mit unserer Deckung auf jeden Fall in jedem Spiel auf Augenhöhe sind. Aber nicht klar war für mich, ob wir im Angriff auch gegen Top-Mannschaften die Tore machen. Vor allem die Souveränität, mit der wir die Spiele gewonnen haben, hat mich schon ein bisschen überrascht. Ich hatte mehr solcher Spiele wie in Friesenheim erwartet.

Etwa ein Viertel der Saison ist vorüber. Wie fällt Ihr Zwischenfazit nach neun Partien aus?
Die Deckung ist auf jeden Fall sehr gut. Mit der Torhüterleistung bin ich zu 95 Prozent zufrieden. Das Gegenstoßspiel finde ich bislang sehr, sehr gut und sehr stabil. Hier und da hatten wir Probleme gegen eine offensive 5:1-Deckung, wenn unser Mittelmann unter Druck gesetzt wurde. Daran gilt es zu arbeiten. Mit der Kollektivleistung bin ich sehr zufrieden, wir sind nicht abhängig von zwei, drei Spielern, sondern agieren als Team. Das hat uns bislang stark gemacht.

Und punktemäßig?
(lacht) Wenn wir mir das jemand vor der Saison so angeboten hätte, hätte ich das angenommen. Aber die verlorenen Spiele waren so knapp und teilweise unnötig. Von daher bin ich super zufrieden mit dem, was wir bisher haben, aber es hätten auch zwei bis vier Punkte mehr sein können.

Mussten Sie zwischenzeitlich schon auf die Euphoriebremse treten?
Nein. Die Hüttenberger denken realistisch. Die Leute sind zufrieden mit der Mannschaft, obwohl sich der gute Start noch nicht so in den Zuschauerzahlen zeigt. Da muss ich nichts bremsen, es hebt keiner ab.

Auffällig ist, dass sich alle vier Aufsteiger gut zurechtfinden. Haben Sie dafür einen Erklärungsansatz?
Ich habe eine Theorie. Wenn man ein, zwei Jahre in der 3. Liga ist, hat man einen klaren Wochenrhythmus, relativ gute Pausen und kann - wenn man auf einem guten Level ist - in relativ vielen Spielen etwas probieren, ausbauen und entwickeln. Wenn man gefestigt ist und aufsteigt, hat man schon viele Situationen gesehen und eine sehr eingespielte Mannschaft. Man steht im Gegensatz zur 2. Liga nicht permanent im Wettkampf unter Druck. Deshalb glaube ich, dass die Aufsteiger - wenn Material und Potenzial da sind - mehr Zeit haben, die Spieler weiterzuentwickeln. Dazu kommt das frühe Saisonende in der 3. Liga. Man hat schon sechs bis acht Wochen vor der eigentlichen Vorbereitung, da kann man die Spieler körperlich und taktisch gut aufbauen. Trotz einer guten Erholungsphase hat man dann noch acht, neun Wochen Zeit für die Vorbereitung.

Was ist das Erfolgsrezept des guten Hüttenberger Saisonstarts?
Das sehe ich im Mannschaftskollektiv. Wir haben eine sehr gute Moral in der Truppe. Wie gut die Jungs sich untereinander verstehen und zusammen arbeiten, das ist ein Hauptgrund. Natürlich auch unsere Deckung, das ist - ob 5:1 oder 3:2:1 - unser Prunkstück und Stabilitätsfaktor. Das Kollektiv und die Abwehrarbeit machen uns momentan aus.

Die Mannschaft ist eingespielt, ein gewisses Personalgerüst besteht schon eine Weile ...
Das spielt auf jeden Fall eine große Rolle, dass wir eine gewisse Kontinuität anstatt einer hohen Fluktuation haben. Das ist ein Vorteil. Aber ebenso die beiderseitige Loyalität von Verein und Spielern, die beide nach dem Abstieg bereit waren, gemeinsam anzupacken.

Kann sich der TVH in der aktuellen Tabellenregion über die Saison hinweg etablieren?
Wir werden es versuchen. Unser Ziel ist eine stetige Verbesserung und Steigerung. Wenn uns das gelingt, haben wir eine gute Chance, in dieser Region zu bleiben. Wir wollen jedes Spiel gewinnen, so werden wir es weiterhin angehen. Unser Ziel ist es auf jeden Fall, permanent auf dem derzeitigen Level zu spielen.

Nur den Klassenerhalt anzupeilen, ist also nicht der Ansatz.
Dieses Wort habe ich öffentlich noch nie gesagt. Klar, wir wollen nächstes Jahr mindestens in der 2. Liga bleiben. Ich will mich aber nicht nach unten, sondern eher nach oben orientieren. Wir wollen so weit kommen, wie es geht.

Sie sprachen von Verbesserung. Wo besteht denn noch Steigerungsbedarf?
Momentan müssen wir in der einen oder anderen Unterzahlsituation etwas klarer agieren und gegen offensivere Abwehrformationen waren wir bisher überraschenderweise nicht stabil genug. Da müssen wir uns noch festigen. Ansonsten finde ich, dass wir bislang sehr stabil sind.

Hüttenberg stellt nach durchschnittlich pro Spiel erzielten Toren den drittbesten Angriff der 2. Liga. Ist das primär in der Defensivarbeit begründet?
Das liegt an der Abwehr, wir laufen viele Gegenstöße. Unser Gegenstoßspiel hat sich deutlich verbessert. Aber wir spielen auch sonst einen sehr disziplinierten Angriff, spielen die Chancen gut aus und strahlen von allen Positionen Torgefahr aus. Ich bin zufrieden.

Sie haben die 3:2:1 in Hüttenberg wieder salonfähig gemacht. Weshalb liegt der Mannschaft die offensive Abwehr?
Wir haben nicht die Leute dafür, hinten zu bleiben und zu blocken. Ich habe immer gesagt, dass die 3:2:1 die DNA des Hüttenberger Weges ist. Die Jungs sind aufgewachsen mit Zweikämpfen, Eins-gegen-Eins, Kampf und Laufbereitschaft. Das sollte man nutzen. Ich bin der Meinung, dass Mannschaften wie Hüttenberg nur über diese unorthodoxen Abwehrreihen die Möglichkeit haben, in einer Liga, in der mittlerweile viel über Geld und Spielereinkäufe geht, mitzuhalten. Man musste nur an ein paar Stellschrauben drehen.

Im Gegensatz zum einen oder anderen Konkurrenten arbeitet der TVH mit nur sehr wenigen Vollprofis. Lediglich Tomáš Sklenák und Ragnar Jóhannsson zählen in diese Kategorie. Inwiefern erschwert das die Arbeit?
Bei meiner vorherigen Station in Eisenach hatte ich deutlich mehr Zugriff auf mein Personal. Mit Studenten und Spielern, die halb oder teilweise voll arbeiten, und nur zwei Vollprofis macht das die Vormittagseinheiten und die Vorbereitung hier manchmal etwas schwieriger. Man muss es so gut wie möglich koordinieren. Wir haben die Situation, dass wir viele Studenten haben und der eine oder andere vormittags etwas machen kann. Es geht darum, dass Zeitmanagement zu optimieren, sodass wir abends zusammen trainieren können und zusätzlich jeder seine Technik- und Krafteinheiten machen kann.

Wie ist der Stand der Dinge beim verletzten Markus Semmelroth?
Ihm geht's natürlich bescheiden. Er ist unzufrieden, dass er solange verletzt ist. Vor allem nach einer sehr guten Vorbereitung, in der er sehr an sich gearbeitet hat. Die Verletzung hat ihn natürlich zurückgeworfen. Der Heilungsprozess vollzieht sich viel langsamer, als wir gehofft hatten, er geht immer noch auf Krücken. Ich rechne Ende November mit ihm.

Der Aufschwung des TVH ist eng mit Ihrem Namen verbunden. Wie groß sehen Sie selbst Ihren Anteil am Erfolg?
Ich bin einfach einer von vielen. Es muss einer da sein, der die Richtung vorgibt - das ist mein Job als Trainer. Aber die Jungs müssen die Arbeit machen und gehen in jedes Spiel mit viel Leidenschaft und Motivation. Das sind die Hauptpunkte.

Die 2. Bundesliga wird für einen Verein wie den TV Hüttenberg nicht einfacher. Welche Parameter müssen erfüllt sein, um auch in der Zukunft Zweitligahandball in Hüttenberg auf die Beine stellen zu können?
Ich glaube, die ersten Schritte haben wir gemacht. Die Jugendarbeit war früher schon sehr erfolgreich, davon profitieren wir noch immer. Die zweite Mannschaft hat sich trotz des Abstiegs stabilisiert, benötigt nicht immer sechs, sieben Spieler aus der A-Jugend. In der Jugend wird gut gearbeitet. Die Arbeit von Arno Jung ist lobenswert. Die Trainingsbedingungen bei der ersten Mannschaft müssen weiterhin optimiert und junge Leute an die Mannschaft herangeführt werden. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder selbst gute Spieler entwickeln. Oder wenn man das nicht schafft, neue wirtschaftliche Partner zu finden, um konkurrenzfähig zu sein. Am besten ist eine Kombination aus beiden.

Den Etat zu steigern, ist ein wichtiger Punkt ...
Natürlich. Da muss man sich Ziele setzen, den Etat vielleicht um fünf oder zehn Prozent pro Jahr zu steigern. Die Richtung muss nach oben gehen. Nur so kann man es auf Dauer halten. Oder eben: Weiterhin den Hüttenberger Weg, eigene Spieler heranzuführen, gehen. Aber wenn man sich wirtschaftlich nicht steigert, werden andere auf unsere Spieler aufmerksam und kaufen sie ab.


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