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Gefahr aus dem linken Rückraum

Gießener Anzeiger

Freitag, den 11. November 2016 um 08:26 Uhr

HÜTTENBERG - (po). Es war das erwartet kampfintensive Spiel, und das bis zum letzten Torversuch, der Neuzugang Tim Stefan von den Händen glitt und unter tosendem Applaus im Netz des Wilhelmshavener HV zum 27:26 zugunsten des TV Hüttenberg landete. Das bescherte nicht nur einen unterm Strich dann doch verdienten Heimsieg, sondern mit 14:6 Punkten auch die Verteidigung des vierten Tabellenrangs. Ein exzellentes Zwischenergebnis für den bestens gestarteten Aufsteiger. „Hätte man mir diese Teilbilanz vor der Saison angeboten, so hätte ich sicherlich sofort unterschrieben“, gab TVH-Trainer Adalsteinn Eyjolfsson zu.

Tusem Essen – TV Hüttenberg Heute, 19.30 Uhr

Dazu hat es den Mittelhessen garantiert auch gutgetan, dass das vergangene Wochenende für die Liga-Rückkehrer spielfrei geblieben ist und man sich damit kräftetechnisch neu sammeln konnte. So müssen die Blau-Roten bereits am heutigen Freitagabend um 19.30 Uhr beim Tusem Essen antreten, der mit gerade einmal sechs eigenerwirtschafteten Zählern in der unteren Tabellenregion herumkrebst und noch nach der Form sucht. Immerhin reichte es für die Nordrhein-Westfalen zuletzt, dem bis dato noch mit blütenweißer Weste angetretenen Tabellenführer aus Bietigheim zumindest einen Punkt abzutrotzen und damit positiv auf sich aufmerksam zu machen.

In den vielen Begegnungen davor setzte es hingegen vorwiegend ärgerliche Rückschläge, seltener unschöne Klatschen. „Wir haben gegen Eisenach und Bietigheim gezeigt, dass wir gegen Spitzenteams mithalten und sogar punkten können“, erklärte Tusem-Trainer Stefan Krebietke im Vorfeld der Partie gegen den TVH und zählt die Mittelhessen als durchaus verdienten Mitkandidaten der obersten Tabellenregion. Bei der Mannschaft aus dem Ruhrpott arbeitete man personell im Übergang auf die aktuelle Saison vorwiegend an der Aufstockung in die Breite mit eigenen Jugendakteuren. Die prominentesten Abgänge der Essener sind sicherlich der torgefährliche Flügelflitzer Lasse Seidel (HSG Nordhorn-Lingen) sowie Kreisläufer Paul Trodler. Abgesehen vom verletzten Dennis Szczesny im linken Rückraum konnten die Hausherren ihre Krankenakte auch wieder etwas leeren, sodass für die Rot-Weißen wieder mehr spielerische Alternativen zur Verfügung stehen werden.

Der beste Torjäger des Tusem ist allerdings nach wie vor Dauerbrenner Michael Hegemann, der vorwiegend im linken Rückraum oder auf der Spielmacherposition zum Einsatz kommt. Insgesamt konnte der ehemalige deutsche Nationalspieler schon 53 Mal netzen und zählt damit weiterhin zu den gefährlichsten Waffen aus der zweiten Reihe in der gesamten Liga. „Wir müssen die Kreise von Hegemann in jedem Fall einengen und auf deren starkes Umschalt- und Konterspiel achten. Dann haben wir gute Karten“, wertet Eyjolfsson, der gleichsam auf den Einsatz der angeschlagenen Moritz Zörb und Daniel Wernig hofft.


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