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Miedema hier, Mappes dort – gerechtes Unentschieden

Gießener Anzeiger

Montag, den 27. Februar 2017 um 08:45 Uhr

Hüttenberg mit starker Angriffsleistung, aber Problemen in Abwehr

NORDHORN/GIESSEN - (am). Zehn Sekunden vor dem finalen Pfiff kamen die Hüttenberger noch einmal in Ballbesitz. Doch um den letzten Pass der Gäste in die Hände bekommen zu können, hätte Rechtsaußen Daniel Wernig mindestens einen Kopf größer sein müssen. Der Ball landete im Aus. Es blieb beim 29:29 (16:13)-Remis im Spiel Nummer 224 der 2. Handball-Bundesliga zwischen der HSG Nordhorn und dem TV Hüttenberg, für dessen Endstand Gäste-Akteur Tim Stefan schon etwas mehr als eine Minute vor dem Abpfiff gesorgt hatte.

Ein Ergebnis, das sowohl von den Gastgebern als „gerecht“ eingestuft wurde als auch von TVH-Coach Adalsteinn Eyjolfsson. „Damit müssen wir in Nordhorn zufrieden sein“, urteilte er, nachdem er schon vor der Partie vor dem aufstrebenden Tabellenachten gewarnt hatte. Und auch der enge Spielverlauf ließ ein ausgeglichenes Endergebnis erwarten. Denn nur, als die Gastgeber vom 13:12 (22.) auf 16:12 eine Minute vor dem Pausengang enteilten, lagen einmal vier Tore zwischen beiden Kontrahenten. „Da haben wir zwei, drei Freie liegen lassen“, grämte sich der Hüttenberger Trainer nicht lange. Denn schon beim 20:20 in der 42. Minute hatte Dominik Mappes wieder für die Gäste ausgeglichen.

Das 22 Jahre alte Eigengewächs auf der Rückraum-Mitte-Position stellte seine derzeitige Glanzform auch im Nordhorner Euregium unter Beweis. Daneben machte Eyjolfssson ebenso Torhüter Fabian Schomburg mit etlichen Paraden in dieser Phase für die erfolgreiche Aufholjagd verantwortlich. Und auch das Mitwirken des zuletzt grippekranken Ragnar Johannsson zeigte beim TVH positive Wirkung für das spielerische Auftreten.

HSG Nordhorn – TV Hüttenberg 29:29

Doch es gab nicht nur zu loben aufseiten der Gäste. Denn die ansonsten sichere Abwehr der Mittelhessen hatte ihre Schwachstellen – vornehmlich gegen Patrick Miedema im HSG-Rückraum. Kaum zu bremsen war der 26-jährige Niederländer und hatte am Ende zehn Tore auf seinem Konto. Und als die Hüttenberger nach der Pause ihre gewohnte 3:2:1-Formation auf eine 5:1-Abwehr umstellten, war Miedemas Kollege Jens Wiese im linken Rückraum zur Stelle.

„16 Gegentore in einer Halbzeit sind zu viel. Vorher waren zwölf, 13 Tore normal“, legte Adalsteinn Eyjolfsson den Finger in die Wunde. „Da müssen wir dran arbeiten.“

Doch insgesamt überwog der positive Eindruck im Gästelager nach dem Gastspiel beim ehemaligen EHF-Pokalsieger. „Wir haben im Angriff mit eine unserer besten Leistungen in dieser Saison gezeigt“, freute sich der Isländer auf dem Trainerstuhl des TVH. Nicht auszudenken, wenn der letzte Pass auf Fanghöhe zu Daniel Wernig gekommen und dieser verwandelt hätte.

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Nordhorn: Kaleun (bei zwei 7m), Buhrmester; Wilmsen, Mickal (4/3), Miedema (10), Meyer (3), Fraatz (3), Rooba (n.e.), Terwoelbeck, de Boer, Wiese (6), Madsen, Seidel (3).

Hüttenberg: Ritschel, Schomburg (22. – 55.); Stefan(5), Sklenak (1), Wörner, Lambrecht (1), Wernig (1), Rompf (1), Zörb, Fernandes (6), Johannsson(1), Roth (1), Mappes (11/5), Hofmann (1).

Schiedsrichter: Dinges/Kirsch (Eggenstein) – Zuschauer: 1788 – Zeitstrafen: 4:4 Minuten (Madsen, Wiese; – Fernandes, Stefan) – Siebenmeter: 4/3:6/5 (Seidel scheitert an Ritschel; – Wernig scheitert an Kaleun).


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