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Gute Karten schlecht gespielt

Gießener Anzeiger

Montag, den 22. Mai 2017 um 08:00 Uhr

TV Hüttenberg kann personelle Probleme der Eisenacher nicht nutzen

EISENACH/GIESSEN - (po). Auch zu Gast beim ThSV Eisenach bleibt der Auswärtsfluch des TV Hüttenberg in der 2. Männerhandball-Bundesliga bestehen. Deshalb sind die Mittelhessen vorerst wieder auf den vierten Tabellenrang abgerutscht. Schuld daran war die 26:28 (11:12)-Niederlage in der Eisenacher Werner-Assmann-Halle, wo es allerdings zeitweise deutlich besser für das Auswärtsteam aussah.

ThSV Eisenach - TV Hüttenberg 26:28

"Wir hatten angesichts der Verletztenmisere aufseiten der Hausherren eigentlich richtig gute Karten, doch haben das Ganze nicht übers Ziel bringen können", sagte Hüttenbergs Trainer Adalsteinn Eyjolfsson nach dem Spiel, wobei er ob der nächsten Auswärtspleite beinahe schon etwas ratlos wirkte.

Ohne die beiden etatmäßigen Regisseure Marcel Schliedermann und Olafur Ragnarsson musste Linkshänder Tomas Urban auf die Spielgestalterposition weichen und machte seine Sache bravourös - ähnlich wie Torhüter Stanislaw Gorobtschuk, der den Gästen etliche Versuche entschärfte. Zwischen den Pfosten musste der ehemalige Hüttenberger Jan-Steffen Redwitz ersetzt werden.

So sahen sich die Mittelhessen nach einem Treffer von Urban in der 20. Spielminute bereits mit 7:10 in Rückstand. Doch in diesen Momenten startete langsam die stärkste Phase des Auswärtsteams, das sich bis zum Halbzeitpfiff auf einen Treffer heranpirschte (11:12) und nach dem Wiederanpfiff durch einen Siebenmeter von Daniel Wernig sogar mit 13:12 in Front ging (35.). "Die Spieler glaubten auch nach einem Drei-Tore-Rückstand noch an sich", lobte Eisenachs Trainer Christoph Jauernik seine Mannen, nachdem der ehemalige Wartburgstädter Tomas Sklenak seine gute Form der letzten Wochen bestätigt hatte und in der 43. Spielminute zur 19:16-Führung für Blau-Roten einnetzte.

Bis in die Schlussphase konnten die mittelhessischen Gäste den eigens erwirtschafteten Vorsprung aufrechterhalten und lagen zehn Minuten vor Schluss sogar mit 23:20 im Vorteil, bevor die Eisenacher auf beinahe jeder Position wieder aufdrehten. Plötzlich rührte der ThSV im Abwehrverbund Beton an, Gorobtschuk im Kasten legte noch eine Schippe drauf, während die Hüttenberger Schlussmänner keinen Ball mehr zu fangen bekamen.

Als der frühere TVH-Akteur Matthias Gerlich in der 59. Minute zur 26:24-Führung der Blau-Weißen verwandelte, war die Partie für die Gastgeber entschieden. "Man kann sicherlich konstatieren, dass so kurz vor dem großen Aufstiegsziel einige Spieler gelähmt agieren", erklärte Eyjolfsson, der nun mit Rostock, Bietigheim, Rimpar und Lübbecke noch ein knallhartes Restprogramm vor der Brust hat.

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Eisenach: Gorobtschuk, Brand (n.e.); Iffert (2), Bogatzki, Wöhler, Gerlich (9/1), Hansen (1), Urban (5/1), Richardt (6), Holzner, Kaufmann (1), Lielais (2), Weyhrauch (3)

Hüttenberg: Ritschel, Schomburg (31. - 54.); Stefan (1), Sklenak (5), Lambrecht (2), Wernig (5/2), Rompf (4), Zörb, Fernandes (3), Johannsson (2), Mappes, Roth (4), Hofmann

Schiedsrichter: Grell/Piper (Hamburg/ Kiel) - Zuschauer: 1646 - Zeitstrafen: 16:12 (Hansen/drei, Wöhler/zwei, Gerlich, Richardt, Kaufmann; - Rompf/zwei, Fernandes/zwei, Lambrecht, Mappes) - Rote Karte: Hansen (58., dritte Zeitstrafe) - Siebenmeter: 3/2:5/2 (Gerlich wirft über das Tor, Wernig und Mappes scheitern an Gorobtschuk)


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