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Mit Rückenwind ins Topspiel

Gießener Anzeiger

Freitag, den 26. Mai 2017 um 06:47 Uhr

HÜTTENBERG (po). In der 2. Männerhandball-Bundesliga hat der TV Hüttenberg das Auswärtsgespenst in einem enorm wichtigen Moment verscheucht. Auch wenn sich die Hausherren des HC Empor Rostock als abgeschlagenes Schlusslicht beachtlich wehrten, blieben die Blau-Roten schlussendlich souverän und besiegten die Ostseehandballer mit 27:23 (14:10). Damit sind die Mittelhessen wieder voll im Aufstiegsrennen.

Empor Rostock - TV Hüttenberg 23:27

Beim 3:2 in der 4. Spielminute durch den HC-Goalgetter Vyron Papadopoulos waren die Gastgeber schon zum letzten Mal in Führung, denn kurz darauf begann das Hüttenberger System zu greifen. Die 3:2:1-Defensive ließ vonseiten der Empor-Handballer nur noch wenig durchkommen und im Zweifel stand immer noch ein bestens aufgelegter Matthias Ritschel im Kasten, der die meisten gefährlichen Aktionen der Heimmannschaft vereitelte. Zwar hatten die Rostocker zwischenzeitlich beim Spielstand von 7:7 ausgeglichen, doch nur wenige Minuten später fand sich Daniel Wernig gleich zweimal hintereinander am Siebenmeterpunkt wieder und verwandelte in der 21. Minute zum 10:7 zugunsten des aktuell Tabellenzweiten der 2. Bundesliga. Bis kurz vor dem Halbzeitpfiff hatten die Mittelhessen dann durch einen Treffer von Moritz Lambrecht sogar bis auf 13:8 erhöht.

Mit dem Kopf waren die Akteure des TVH offenbar allerdings etwas länger in den Kabinen, denn in der 35. Spielminute verkürzte der ehemalige Kreisläufer der Eintracht Hildesheim, Norman Flödl, auf 13:14. Doch immer, wenn die Rostocker den Gästen nahekamen, drehten diese mitsamt ihren individuellen Qualitäten wieder auf und zogen mit mehreren Treffern davon. Als Linksaußen Jannik Hofmann in der 55. Minute auf 25:20 zugunsten des Auswärtsteams aufstockte, war die Gegenwehr der Rostocker endgültig gebrochen.

Rostock: Mehler, Porath; Meuser (1), Iliopoulos (2), Heil, Jaeger, Flödl (4), Höwt, Papadopoulos (8/4), Zourek, Lux (1), Zemlin (3), Porath (1), Lind (3)

Hüttenberg: Ritschel, Schomburg; Stefan, Sklenak (3), Lambrecht (1), Wernig (9/6), Müller, Zörb, Fernandes (5), Johannsson (1), Roth (3), Mappes (1), Hofmann (4)

Zuschauer: 750 - Schiedsrichter: Clausing/Buttke (Oldenburg) - Siebenmeter: 4/4 : 6/6 - Zeitstrafen: 6:2 (Lux, 2x Zemlin ; Lambrecht)

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Und es geht direkt weiter im Kampf um die Aufstiegsplätze. Hinter Meister TuS Nettelstedt-Lübbecke streiten sich vorrangig der TV Hüttenberg, die SG BBM Bietigheim und die DJK Rimpar Wölfe um die Plätze an der Sonne. Die Teams trennen jeweils nur maximal drei Punkte, wobei gerade der Traditionsverein aus Hochelheim und Hörnsheim noch ein Restprogramm gegen die beiden direkten Konkurrenten und die Nettelstedter vor der Brust hat. Nach dem Erfolg im Nachholspiel in Rostock ist der TVH wieder auf den zweiten Tabellenrang geklettert und kann seine starke Ausgangsposition in der kommenden Partie gegen die SG Bietigheim noch krönen.

TV Hüttenberg - SG Bietigheim (Samstag, 15 Uhr): Das Aufeinandertreffen findet am Samstagmittag bereits zu vorgezogener Anwurfzeit um 15 Uhr statt, da das Spiel einmal mehr im HR-Fernsehen übertragen wird. "Ich kann nur versprechen, dass wir 120 Prozent geben und versuchen werden, die letzten drei Spiele zu gewinnen", erklärte zuletzt der Regisseur der Gäste, Valentin Schmidt. Die letzten Partien liefen für das Auswärtsteam aus dem Stuttgarter Raum nicht sonderlich erfreulich, setzte es doch gegen den Dessau-Roßlauer HV, den ThSV Eisenach und die TuS Nettelstedt-Lübbecke jeweils bittere Pleiten.

Die fehlende Cleverness in den entscheidenden Momenten monierte SG-Trainer Hartmut Mayerhoffer immer mal wieder hinsichtlich der letzten Spiele seiner Schützlinge. Ein Thema, mit dem sich auch TVH-Coach Adalsteinn Eyjolfsson auseinandersetzen musste - gerade bei den letzten Auswärtsauftritten seiner Formation. "Nach dem Sieg in Rostock gehen wir natürlich mit etwas Rückenwind ins Spiel. Das ist schon eine geile Situation für uns jetzt, kurz vor Ende so gut dazustehen und auch noch eine Fernsehpartie mit hoffentlich toller Zuschauerunterstützung gegen Bietigheim absolvieren zu können", erklärt der Hüttenberger Erfolgstrainer.

Dabei stellen die Gäste eine erfahrene Mannschaft aus einem langjährig eingespielten Team, das mit punktuellen Verstärkungen zusätzlich ausgebaut wurde. So etwa mit dem isländischen Torhüter Aron Rafn Edvardsson oder dem litauischen Shooter Gerdas Babarskas. Dazu gesellen sich die typischen BBM-Gesichter wie Linksaußen Christian Schäfer oder der Halbrechte Robin Haller, welche ihre Farben über Jahre hinweg zum Erfolg geführt haben. Bester Werfer ist der bereits erwähnte Babarskas mit 154 erzielten Toren. Unterdessen kann der TV Hüttenberg wohl wieder mit voller Kaderstärke rechnen. "Abgesehen von Jan Wörner kann ich wohl auf das vollzählige Team zurückgreifen, auch wenn natürlich ein paar kleinere Blessuren bestehen", sagt Eyjolfsson.


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