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Für Matthias Ritschel stehen Aufstiegs-Chancen 50:50

Gießener Anzeiger

Samstag, den 10. Juni 2017 um 10:09 Uhr

HÜTTENBERG - (flo). Matthias Ritschel ist einer der ganz wenigen Spieler, die beim letzten Aufstieg des TV Hüttenberg 2011 in die Handball-Erstklassigkeit dabei waren. Fast genau sechs Jahre ist es her, dass sich die Mittelhessen in der Relegation gegen GWD Minden durchsetzten und in die erste Liga emporkletterten. "Es ist immer schön, sich wieder daran zurückzuerinnern. Ich hoffe, dass es nicht einmalig bleibt", sagt Hüttenbergs Torwart und Kapitän Ritschel. Heute kann dem TVH, aktuell Tabellendritter der 2. Bundesliga, erneut der große Wurf gelingen. Im Interview vor dem Saisonfinale gegen den TuS N-Lübbecke (18 Uhr) spricht der 31-jährige Ritschel über die anstehende Aufgabe, die Aufstiegschancen und die Pläne nach dem letzten Saisonspiel.

Herr Ritschel, wie groß ist die Lust auf die 1. Bundesliga, auf Derbys gegen Wetzlar und Spiele gegen Kiel, Flensburg und Co.?
Riesig natürlich. Wenn man als Sportler die Möglichkeit hat, sich mit den Besten messen zu können, dann will man das auch wahrnehmen. Dafür werden wir alles in die Waagschale werfen.

Von den drei Endspielen wurde eines gewonnen und eines verloren, jetzt steht das dritte an. Mit welchen Erwartungen blicken Sie auf das Spiel gegen Lübbecke?
Wir werden voll auf Sieg spielen. Ich bin eigentlich auch recht zuversichtlich, weil wir sehr heimstark sind. Die Halle wird ausverkauft sein und wir werden wieder eine überragende Unterstützung der Fans genießen. Wenn alles passt, können wir auf jeden Fall gewinnen.

Mit welcher Marschroute wird die Mannschaft die Partie angehen? Volle Attacke, um möglichst hoch zu gewinnen? Oder ist der Gegner zu stark, um aufs Torverhältnis zu schauen?
Unser Hauptaugenmerk liegt darauf, ein geiles Spiel zu liefern und die zwei Punkte zu behalten. Wenn es ein Sieg mit einem Tor ist, dann ist es eben so. Das ist in meinen Augen wirklich zweitrangig. Man kann unser Spiel gegen Lübbecke nicht mit dem von Friesenheim gegen Rostock vergleichen. Wir werden natürlich versuchen, das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Wenn wir es letztlich nicht schaffen, wäre das schade, aber auch kein Beinbruch.

Hand aufs Herz: Wie zuversichtlich sind Sie, dass der TVH auch nach dem letzten Spieltag einen Aufstiegsplatz belegt?
Aus meiner Sicht stehen die Chancen 50:50. Die Wahrscheinlichkeit, zuhause zu gewinnen ist größer als zu verlieren. Aber sind wir abhängig davon, was Rimpar in Bad Schwartau macht. Ich bin mir relativ sicher, dass Friesenheim durch ist. Die werden das machen. Der Blick geht aber weder dorthin noch nach Bad Schwartau. Es wäre fahrlässig, sich irgendwelche Ergebnisse reinrufen zu lassen. Dann ist man nicht hundertprozentig bei der Sache. Darauf lassen wir uns gar nicht ein. Wir sind wirklich komplett auf uns fixiert, das Hauptaugenmerk liegt auf unserem Spiel. Die Aufgabe gegen Lübbecke wird schwer genug, das ist ein super Gegner.

Wie ist die Stimmung vor dem entscheidenden Spieltag?
Im Vergleich zu den letzten beiden Wochen hat sich da nichts verändert. Wir sind weiterhin fokussiert und haben eine gute Stimmung in der Mannschaft. Auch nach der Niederlage gegen Rimpar. Wir konnten dieses Spiel alle gut einordnen, wir haben ein super Spiel abgeliefert. Jetzt freuen wir uns auf das Spiel gegen Lübbecke.

Sie sind ja bereits aufstiegsfeiererfahren. Was passiert im Falle des Aufstiegs? Wird Hüttenberg dann zu einer Party-Meile?
Die Mannschaft fliegt Sonntagfrüh erst mal nach Mallorca. Sollten wir wirklich aufsteigen, würde, wenn wir zurück sind, aber sicherlich noch die eine oder andere Feier stattfinden.


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