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Zelt-Dom statt Sporthalle

Gießener Anzeiger

Dienstag, den 13. Juni 2017 um 07:19 Uhr

HÜTTENBERG - (po). Es waren noch etliche Meter zu gehen bis zum (möglichen) Aufstieg – doch im Gespräch war das Thema trotzdem: Der TV Hüttenberg und sein Sportzentrum bei einem Aufstieg in die 1. Bundesliga. Seit Samstag ist es für die Blau-Roten Gewissheit. Sie werden in der kommenden Spielzeit erstklassig spielen – und das, wie die Hüttenberger Verantwortlichen Martin Volk und Lothar Weber bestätigten, sogar in Hüttenberg. Allerdings nicht in der eigenen Halle, sondern in einer Art mobilem Zelt-Dom, der als spezielle Konstruktion den Anforderungen der Handball-Bundesliga (HBL) mit einem Minimum von 2250 Zuschauern Fassungsvermögen entsprechen soll.

Während dieses „Event-Ungetüm“ auf dem Festplatz hinter der Sporthalle seinen Platz finden soll, käme man in der altehrwürdigen Halle mit 1450 Plätzen der geforderten Zuschauerkapazität nicht einmal ansatzweise nah. 240 000 Euro werden von dem deutschen Bezahlsender Sky als Fernsehgeld für die Übertragung der Partien in die Haushalte ausgeschüttet, wovon für das anstehende Hallenvorhaben des TVH gut die Hälfte draufgehen dürfte. Geld, was zur Steigerung der Konkurrenzfähigkeit eigentlich auch bestens im Spieleretat der Blau-Roten aufgehoben wäre. Doch eine erneute Ausnahmegenehmigung für das stimmungsvolle Sportzentrum Hüttenberg (wie in der Saison 2011/12) war nicht mehr zu bekommen.

Zwei feste Stellen im PR- und Marketingbereich, die ebenfalls aus den gestiegenen Anforderungen der HBL rühren, werden einen weiteren nicht unerheblichen Anteil der zu erwartenden Fernsehgelder verschlingen, sodass sich der Wunsch von Trainer Adalsteinn Eyjolfsson nach „zwei bis drei neuen Akteuren“ vielleicht nur schwer erfüllen lässt. Auf jeden Fall haben die Verantwortlichen des TV Hüttenberg kein allzu großes Zeitfenster mehr für die Vorbereitung auf die Saison 2017/18 in der „stärksten Liga der Welt“.


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