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Debütanten-Sieg für Leipzig und mittelhessische Erkenntnisse beim 26. Linden-Cup

Gießener Anzeiger

Dienstag, den 08. August 2017 um 08:06 Uhr

LINDEN - (am). Der SC DHfK Leipzig kam, sah und siegte. Beim ersten Auftritt in Linden haben sich die Handballer aus Sachsen gleich den Turniersieg geholt. Nicht nur im abschließenden Bundesliga-Duell mit Pokalverteidiger HSG Wetzlar hatten die Leipziger mit 35:29 deutlich die Nase vorn und sicherten sich damit den Debütanten-Erfolg bei der 26. Auflage des Linden-Cups. Auch gegen den Bergischen HC und den TV Hüttenberg demonstrierte die Mannschaft von der Deutschen Hochschule für Körperkultur ihre Überlegenheit. Was nicht verwundert.

Denn die Mannschaft von Trainer Andre Haber als vorläufiger Platzhalter von Michael Biegler wird in der anstehenden Saison in der oberen Tabellenhälfte erwartet. Der ehemalige Flensburger Coach Ljubomir Vranjes erteilte den Leipzigern bei seiner Vorschau-Bewertung im Fachorgan "Handball-Woche" 3,5 (von fünf möglichen Bällen) und ordnete sie um Abschlussplatz acht herum ein.

Und damit vor der HSG Wetzlar, die Vranjes nach dem sensationellen Abschneiden mit Rang sechs in der abgelaufenen Spielzeit (mit ebenfalls 3,5 Bällen) auf Rang zehn folgen lässt. Dabei war das Abschneiden des mittelhessischen Aushängeschildes in Linden gar nicht so schlecht, wie es der dritte Platz vielleicht erscheinen lässt. Die 26:29-Auftaktniederlage gegen den Bergischen HC entsprang schließlich dem ersten Auftritt der neu formierten Mannschaft der Handball-Spielgemeinschaft aus Dutenhofen und Münchholzhausen und mutete in der Tat wie ein Sprung ins kalte Wasser an. Und gegen den Lokalrivalen aus Hüttenberg feierten die Schützlinge von Trainer Kai Wandschneider schließlich einen 36:27-Start-Ziel-Sieg.

Da zudem der junge Schwede Olle Forsell Schefvert verletzungsbedingt noch nicht mitwirken konnte, verbieten sich endgültige Bewertungen der Möglichkeiten des Rückraums nach der Rückkehr von Torjäger Philipp Weber nach Leipzig. Erfreulich ist vielmehr, dass die lange verletzten Linkshänder Joao Ferraz und Linksaußen Maximilian Holst sich wieder auf dem Spielfeld zurückmeldeten.

Und eine Niederlage gegen die Bergischen Löwen werden in der Saison 2017/18 noch etliche Mannschaften hinnehmen müssen. Dies zwar in der 2. Bundesliga nach dem Abstieg der Truppe um Trainer Sebastian Hinze, aber mit großer Wahrscheinlichkeit auch bald wieder im Handball-Oberhaus. Denn die Handballer aus Wuppertal und Solingen haben sich hochkarätig verstärkt und sind der erste Anwärter auf die Meisterschaft und die damit verbundene Rückkehr in die Eliteliga.

Zu dieser Erkenntnis hätte es genauso wenig des Auftritts beim Linden-Cup bedurft, wie für die Prophezeiung, dass es für den Aufsteiger TV Hüttenberg ganz schwer werden wird im Haifischbecken Erste Liga. Darum sucht Trainer Adalsteinn Eyjolfsson ja auch vornehmlich Gegner ersten Kalibers, um seine eingespielten Jungs auf das neue Kräftemessen einzustimmen. Weshalb Turnier-Abschlussplatz vier nicht unerwartet kam. Während die Entwicklung des jungen Polen Szymon Sicko auf der Königsposition im linken Rückraum abzuwarten bleibt, kam der Auftritt der jüngsten Neuerwerbung Vladan Lipovina nicht unerwartet. Zum einen kann sich der ehemalige Wetzlarer gegen jeden Erstliga-Konkurrenten als gefährliche Waffe produzieren, andererseits können seine Aktionen (wie gegen den BHC) auch als ernsthafte Bewerbung für eine Festanstellung am Fahrkartenschalter gewertet werden.

Und so bleibt über den TVH hinaus die Erkenntnis aller bisherigen Linden-Cup-Turniere, dass in der Stadthalle Linden wertvolle Fingerzeige und erste Erkenntnisse geliefert werden, dass es aber erst mit dem Saisonstart gilt. Diesmal ab dem 27. August.


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