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TVH betritt beim ersten Heimspiel Neuland

Gießener Anzeiger

Samstag, den 02. September 2017 um 06:31 Uhr

1. BUNDESLIGA Hessen-Rivale MT Melsungen erster Gast der Hüttenberger in Osthalle

HÜTTENBERG - (flo). Es geht Schlag auf Schlag: Nachdem die Handballer des TV Hüttenberg am Donnerstagabend nur haarscharf am ersten Punkt dieser Saison vorbeigeschrammt sind, steht nun das erste Bundesliga-Heimspiel an. Und damit auch das erste Hessenderby in dieser Saison. Am morgigen Sonntagmittag (12.30 Uhr) ist nämlich die MT Melsungen in der Gießener Sporthalle Ost zu Gast.

Aufsteiger – das gehört zum Sport wie der Handkäse zu Hüttenberg – setzen zunächst einmal primär auf die Heimstärke. Zuhause gilt es, die notwendigen Punkte zu ergattern. Zuhause? Im Falle des TVH ist das relativ. Das Hüttenberger Sportzentrum genügt nicht den Anforderungen der HBL, deshalb weicht der Traditionsclub nach Gießen aus, kann dort allerdings nicht trainieren. Schon in der letzten Erstligasaison 2010/11 bestritt Hüttenberg vier Partien in der Osthalle. Trainer Adalsteinn Eyjolfsson sagt: „Wir freuen uns natürlich auf das erste Heimspiel, sind gespannt, wie das Ganze vom Umfeld angenommen wird und welches Flair wir da aufbauen können. Für uns ist es Neuland, wir müssen uns erst daran gewöhnen.“

Alle Hände voll zu tun haben derzeit die Verantwortlichen des Clubs. „Es ist viel Logistisches zu klären“, erzählt Management-Mitarbeiter Martin Volk. Sämtliche Infrastruktur muss nach Gießen verfrachtet werden. Gestern wurde zudem der neue Hallenboden geliefert. Ab heute Vormittag um 11 Uhr wird dann der Aufbau in der Osthalle beginnen. Das allerdings ist eine Ausnahme. „Sonst“, erklärt Volk, „können wir erst sonntagmorgens ab 6 Uhr in die Halle.“

TV Hüttenberg – MT Melsungen Sonntag, 12.30 Uhr

Dass die Mannschaft noch eine Trainingseinheit auf dem frisch verlegten Boden absolvieren kann, ist eher unwahrscheinlich. „Der Boden muss eigentlich 24 Stunden liegen und darf in dieser Zeit nicht strapaziert werden, damit er sich von der Form her anpasst“, sagt Volk.

Dominik Mappes und Co. bestritten derweil gestern eine regenerative Einheit mit Reha-Trainer Peter Nagel, anschließend standen die Video-Analyse des nächsten Gegners und eine Taktikeinheit auf dem Programm. Mit dem Rückenwind des starken Auftritts bei der 25:26-Niederlage in Leipzig geht Hüttenberg in das Duell mit Melsungen. „Wir wollen die vielen positiven Sachen aus dem Leipzig-Spiel mitnehmen und weiter viel lernen“, so Eyjolfsson. Der Isländer ist zuversichtlich: „Wenn wir weiterhin auch in den Nahtstellen so gut verteidigen, einen so guten Rückzug haben und uns in ein paar Details im Angriff steigern, bin ich optimistisch, dass wir ein gutes Spiel machen.“

Unstrittig ist: Es prallen zwei Welten aufeinander. Hier der Dorfverein, der vor zwei Jahren noch in Liga drei spielte und mit einem Mini-Etat auskommen muss. Da das mit den Millionen eines Weltkonzerns alimentierte Melsungen, das vor dieser Saison mit Rechtsaußen Tobias Reichmann, Rückraumshooter Julius Kühn und dem Halblinken Finn Lemke drei deutsche Nationalspieler nach Nordhessen lotste. „Melsungen“, befindet Eyjolfsson, „ist für mich eine der Top-Vier-Mannschaften der Liga, die haben geballte Qualität auf allen Positionen.“

Noch aber stottert der Motor der Truppe von Trainer Michael Roth etwas. Dass mit dem 25:23-Sieg gegen Gummersbach der Fehlstart vermieden wurde, war vor allem der individuellen Klasse von Kühn und Torwart-Neuzugang Nebojsa Simic zu verdanken. Verzichten müssen die Gäste auf Philipp Müller. Der ehemalige Wetzlarer zog sich in Gummersbach eine Schultereckgelenkssprengung zu.

TVH-Coach Eyjolfsson kündigt an: „Wir werden mit Leidenschaft und Emotion alles rausholen und alles tun, um es Melsungen so schwer wie möglich zu machen.“ Unsicher bleibt der Einsatz von Linksaußen Christian Rompf (Leistenprobleme).

Das Fassungsvermögen der Osthalle für Hüttenberg-Heimspiele ist derzeit mit 2500 Plätzen geplant. Für den Heimauftakt rechnet der Verein mit 1800 bis 2000 Zuschauern.


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