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Ausverkauftes Derby zwischen Hüttenberg und Wetzlar verspricht viel Spannung

Gießener Anzeiger

Mittwoch, den 06. September 2017 um 09:41 Uhr

WETZLAR/HÜTTENBERG - (ebi). Sechs Spielzeiten ist es her, dass die Handballer der HSG Wetzlar und des TV Hüttenberg zum Kampf um Bundesliga-Punkte angetreten sind. Am Donnerstag um 19 Uhr in der ausverkauften Wetzlarer Rittal-Arena ist es wieder so weit. Der Platzhirsch empfängt den Aufsteiger.

Die Ausgangslage ist unterschiedlich: Bei der HSG waren die Köpfe nach der bitteren Niederlage in Hannover geneigt. Die Enttäuschung war groß ob der verpassten Chance, das Auswärtsspiel in Niedersachsen für sich zu entscheiden. Doch vor dem ersten Mittelhessenderby seit 2012 konnte Trainer Kai Wandschneider auch positive Aspekte aus dem Hannover-Auftritt mitnehmen. "Ich habe eine sehr gute Teamleistung meiner Mannschaft gesehen und war sehr überrascht, wie gut das Zusammenspiel bereits funktioniert", wusste der Übungsleiter aber auch "wir haben den Sieg selbst weggeschenkt und uns am Ende nicht mehr für die gute Deckungsarbeit belohnt". Er lobte besonders die gute Arbeit des Innenblocks unter der Führung vom jungen Anton Lindskog.

Sein Gegenüber Adalsteinn Eyjolfsson schaut ebenfalls, trotz dreier Niederlagen bisher, positiv aufs Derby, "wir wollen die Konstanz der beiden letzten Spiele natürlich mitnehmen und versuchen der HSG mit unseren Mitteln alles abzuverlangen", ist sich der Isländer der Bedeutung dieses Spiels bewusst. Da ist zum Einen der Druck, endlich zu punkten, nachdem man nun zweimal knapp und unglücklich verloren hat. Andererseits sei das Spiel "sehr wichtig für die Region, es ist Tradition und die Atmosphäre in der Rittal-Arena wird dementsprechend sicher bombastisch werden".

HSG Wetzlar - TV Hüttenberg, Donnerstag, 19 Uhr

Beim Gastgeber sieht man die emotionale Ebene eher aufseiten des TVH. "Dort spielen viele Spieler der Region, viele Ehemalige der HSG, da wird es sicher emotional. Auf unserer Seite ist es lediglich Niko Weber, der dieses Derbyfeeling so richtig kennt", ist sich Wandschneider jedoch mehr als sicher, dass auch alle anderen Akteure "ganz genau um die Wichtigkeit dieses Spiels für uns und den Verein wissen". So gibt es für den gebürtigen Hamburger auch keine Frage nach Druck oder Favoritenrolle. "Das Spiel ist ausverkauft, und das alleine zeigt, wie es um die Wahrnehmung der Partie steht. Da entsteht selbstverständlich ein Anspruchsdenken, und auch wir als Mannschaft haben den Anspruch an uns, diese Partie zu gewinnen."

Dass dies sicher kein Selbstläufer wird, ist auch bei der HSG bekannt. "Der TVH ist eingespielt, sie spielen eine sehr gute und schwierig zu knackende 3:2:1-Abwehr. Im Angriff sind es ruhig vorgetragene und sehr disziplinierte Auslösehandlungen, die nicht selten in exzellenten, überraschenden Schlagwürfen enden, wenn das gute Zusammenspiel mit dem Kreisläufer unterbunden wird.

Auf Hüttenberger Seite sind es neben der geforderten weiteren Konstanz und dem "Lernen aus Fehlern, dadurch ein paar kleine Prozente besser zu werden", so Eyjolfsson, ein sehr clever und gut vorbereiteter Angriff. "Wir müssen besonders die Konter durch Kvist, Holst und Björnsen unterbinden und die ebenfalls sehr gute zweite Welle in den Griff bekommen." Für seine Defensivabteilung legt der TVH-Coach den Schwerpunkt auf "Raumverknappung". Die Kreise von Jannik Kohlbacher einzuschränken sei zwar schwierig, doch er vertraut dabei auf die gute Beinarbeit in der 3:2:1-Abwehr seiner Mannschaft.

Personell können beide Trainer nahezu aus dem Vollen schöpfen. Während auf Gästeseite Christian Rompf wieder zum Kader stößt, fehlt auf der HSG-Bank wohl nur der frisch operierte Evars Klesniks. Und so bleibt die Frage, ob die Hüttenberger Emotionalität oder Erfahrung der HSG am Ende die Nase vorne hat.


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