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Nenadic ist nur ein Puzzlestein

Gießener Anzeiger

Freitag, den 15. September 2017 um 10:37 Uhr

1. BUNDESLIGA TV Hüttenberg steht vor nächster Mammutaufgabe / Sebastian Roth hofft auf Comeback

HÜTTENBERG - (flo). Der erste Bundesliga-Punkt ist verbucht. Doch nun wartet auf die Handballer des TV Hüttenberg die nächste Mammutaufgabe: Am Sonntagmittag (12.30 Uhr) gastiert nämlich das Spitzenteam Füchse Berlin in der Gießener Sporthalle Ost. Erschwerend kommt hinzu, dass sich das Lazarett der Bundeshauptstädter immer mehr lichtet.

Erst ging es für den Aufsteiger Schlag auf Schlag. Nach vier Spielen binnen zwölf Tagen dürfte die erste Verschnaufpause dieser Runde nicht ungelegen gekommen sein. Immerhin neun Tage liegen zwischen dem triumphalen Punktgewinn im Derby bei der HSG Wetzlar (mit dem 23:23) und dem Heimspiel gegen den Vorjahresvierten Berlin. Nicht auszudenken, wie sich eine weitere Ein-Tor-Niederlage auf die Moral der Mannschaft von Trainer Adalsteinn Eyjolfsson ausgewirkt hätte. Aber das Rad dreht sich weiter, die nächste hohe Hürde steht bevor: „Auf uns kommt eine Riesenaufgabe zu“, meint der Isländer. „Berlin ist wahrscheinlich die beste Mannschaft, der wir bisher in dieser Saison begegnen.“

TV Hüttenberg – Füchse Berlin Sonntag 12.30 Uhr

Einen hat Hüttenbergs Coach ganz besonders auf dem Schirm: Petar Nenadic. 2014 kam der Serbe als Notlösung nach Berlin, längst ist er der Dreh- und Angelpunkt bei den Füchsen. Nenadic ist ein Mittelmann der Extraklasse, vereint Torgefährlichkeit und Spielmacherqualitäten, hat auch in kritischen Situationen blitzgescheite Ideen. „Er ist klar der spielbestimmende Mann“, analysiert Eyjolfsson. Zumindest einen Teil seiner Stärke möchte man dem 31-jährigen Ex-Bundesliga-Torschützenkönig nehmen, seine Kreise so gut wie möglich einengen. Selbst wenn das gelänge, wäre nur ein Bruchteil der Arbeit vollbracht. Nationalspieler Steffen Fäth, der in zwei Partien 16 Tore erzielte, ist in starker Form. Auch die Klasse von Rückraumakteuren wie Fabian Wiede oder Paul Drux, der beim 30:26-Auswärtserfolg beim SC Magdeburg erstmals nach seiner Meniskus-OP Ende Juni wieder auf der Platte stand, ist kein Geheimnis.

Eyjolfsson schmunzelt. „Irgendwie“, sagt er, „müssen wir die alle in den Griff bekommen, da kommt geballte Qualität auf uns zu.“ Noch dazu kann Füchse-Trainer Velimir Petkovic, der auch viele Jahre nach seiner sechsjährigen Amtszeit bei der HSG Wetzlar noch viele Sympathien im Umfeld der Grün-Weißen genießt, beim Gastspiel in Mittelhessen wieder auf Rechtsaußen Hans Lindberg, der aus dem Krankenstand zurückkehrt, und den zuletzt aufgrund eines Muskelbündelrisses ausgefallenen Linksaußen Bjarki Elisson zurückgreifen.

„Wir wissen, dass die Trauben gegen die Füchse sehr hochhängen. Dennoch werden wir versuchen, uns weiterhin zu steigern und das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Ich hoffe, dass wir wieder so eine Stimmung wie gegen Melsungen haben. Ein paar mehr Zuschauer hätten sich die Jungs allerdings verdient“, bekundet Eyjolfsson.

Das einzige personelle Fragezeichen beim TV Hüttenberg steht hinter Sebastian Roth. Seit dem Melsungen-Spiel leidet der Rückraumroutinier an Rückenproblemen. „Ich habe im Sprung einen Kontakt bekommen, das Iliosakralgelenk hat sich ausgerenkt und der Rücken hat sich komplett verhärtet“, erzählt Roth. Tagelang konnte „Basti“ Roth weder stehen noch sitzen, beim Derby in Wetzlar war er deshalb nicht in der Halle. Erst gestern stieg der 32-Jährige wieder ins Training ein. Roth sagt: „Wir müssen gucken, wie der Körper auf die Belastungen reagiert. Aber ich bin optimistisch.“


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