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Glücklicher Sieg der favorisierten Gäste

Gießener Anzeiger

Montag, den 18. September 2017 um 07:00 Uhr

Petr Stochl hält entscheidend

GIESSEN. Von Patrick Olbrich und Albert Mehl - Wieder keine Punkte für den TV Hüttenberg - und wieder eine gute Leistung des Bundesligaaufsteigers. In das Duell mit den Füchsen Berlin gingen die Blau-Roten abermals als krasser Außenseiter, machten den Hauptstädtern aber mit ihrer unangenehmen 3:2:1-Spielweise erhebliche Probleme. Schlussendlich setzte sich die individuelle Qualität der Handball-Gäste durch, die das Spiel mit 30:28 (16:16) denkbar knapp für sich entscheiden konnten.

TV Hüttenberg - Füchse Berlin 28:30

"Wir hatten gerade in der ersten Halbzeit merkliche Probleme mit der aggressiven Spielweise der Hüttenberger. Erst in der zweiten Hälfte sind wir dann besser in die Partie gekommen", fasste Petar Nenadic, gemeinsam mit Petr Stochl wohl der Matchwinner der Gäste, das Aufeinandertreffen zusammen. "In der zweiten Halbzeit haben wir eine ganz andere Einstellung gezeigt", fand auch sein Trainer Velimir Petkovic, "am Ende haben wir Glück gehabt".

Gerade zu Beginn machten die Mittelhessen ihrem Ruf als hartnäckiger Kontrahent alle Ehre und gingen durch einen Gegenstoß von Jannik Hofmann mit 6:4 in Front. Bis dahin bissen sich die Berliner die Zähne an der TVH-Defensive aus und kamen nicht zu vernünftigen Kombinationen. Auch in der 18. Spielminute hatten die favorisierten Füchse weiterhin ihre Schwierigkeiten, während die forschen Gastgeber auf 10:8 durch Christian Rompf erhöhten. Wenige Situationen später hatte der TVH sogar auf einen Abstand von drei Treffern erhöht und damit die wohl stärkste Phase in der Begegnung erwischt. Das zwang Füchse-Coach Petkovic zu einer Auszeit, die immerhin dazu führte, dass die Auswärtsmannschaft bis zur Halbzeitpause auf 16:16 durch den ständig präsenten Nenadic ausgleichen konnte.

"Wir haben insgesamt wieder ein gutes Spiel gezeigt und uns mutig präsentiert, aber wir müssen natürlich versuchen, unsere Leistung in Punkte umzumünzen", erklärte Hüttenbergs Torhüter Fabian Schomburg, der im zweiten Durchgang einige wichtige Paraden zeigen konnte. "Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht so gut gespielt wie in der ersten", sah TVH-Trainer Adalsteinn Eyjolfsson neben dem Ergebnis ein zweites Manko im Rückblick.

Nach dem Wiederanpfiff übernahmen zunächst die Gäste, bei denen der Ex-Wetzlarer Steffen Fäth (Oberschenkelzerrung) und Marko Kopljar (Adduktoren-Probleme) fehlten, das Zepter in der Sporthalle Gießen Ost, als Mattias Zachrisson durch einen schnell ausgespielten Spielzug auf 20:17 zugunsten seiner Farben einnetzte (39.). Bis auf vier Treffer zog die Petkovic-Formation davon, doch die Hüttenberger ließen sich nicht abschütteln und erkämpften sich durch ihre agile Abwehrformation immer wieder wichtige Ballgewinne. Nach einem schönen Kreisanspiel des Halbrechten Vladan Lipovina auf Moritz Zörb verkürzte dieser in der 53. Minute sogar wieder auf den 25:26-Anschluss und erweckte die sowieso schon stets anfeuernden Anhänger in der Halle wieder richtig zum Leben.

Doch insbesondere in der Endphase war es immer wieder der tschechische Schlussmann Peter Stochl der den Neu-Bundesligisten den Zahn zog - auch bei mehreren freien Chancen der Hausherren bei Gegenstößen. Diese Tore fehlten in der Endabrechnung.

Bis kurz vor Ende waren die Mittelhessen auf Haaresbreite dran, doch einmal mehr Nenadic verpasste den Gastgebern in der 59. Minute mit dem Treffer zur 29:27-Führung den Todesstoß. Danach konnte der TVH nicht mehr aufschließen.


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