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Bitter für Emir Kurtagic: Bitter zeigt seine Qualitäten

Gießener Anzeiger

Montag, den 06. November 2017 um 10:20 Uhr

Zudem Hüttenbergs Defensive zu schwach / Über 2200 Zuschauer

GIESSEN. Von Patrick Olbrich. - Seinen Einstand als Trainer beim Handball-Bundesligisten TV Hüttenberg hatte sich Emir Kurtagic erfreulicher vorgestellt. Besser und erfolgreicher. Denn die Hüttenberger waren am gestrigen Sonntagmittag im Auftaktspiel unter dem 37 Jahre alten Neutrainer über den Großteil der Spielzeit chancenlos gegen den TVB Stuttgart. Gegen abgeklärt auftretende Bittenfelder, die sich trotz Verletzungspechs überzeugend sicher präsentierten, machte der TVH insgesamt zu viele Fehler, stand in der Defensive zu schlecht und musste sich am Ende mit 23:28 (11:14) geschlagen geben.

"Wir haben uns zu viele technische Fehler geleistet und gerade in der Offensive einige Bälle abgegeben. Darüber hinaus hat auch Johannes Bitter im Tor der Gäste wieder etliche Großchancen vereitelt", ging Kurtagic auf die Gründe der Niederlage ein.

Eine Schlüsselszene spielte sich des Weiteren schon früh im Rahmen der Begegnung ab, als das Schiedsrichtergespann Immel/Klein eine mindestens zweifelhafte Rote Karte gegen TVH-Mittelmann Tomas Sklenak zeigte.

Zu diesem Zeitpunkt gingen die Schwaben durch einen Treffer ihres starken Regieführers Michael Schweikardt mit 11:5 in Front, nachdem der frühere Nationaltorhüter "Jogi" Bitter einen Wurf der Blau-Roten vereitelt hatte. Bis zur Pause machten die Hausherren allerdings in der Folge einen guten Job, zumindest was die Defensivleistung anging. So markierte Linkshänder Vladan Lipovina in der 27. Spielminute den 10:12-Anschlusstreffer zugunsten der Hüttenberger, die bis zur Halbzeitpause ein 11:14 hinnehmen mussten.

TV Hüttenberg - TVB Stuttgart 23:28

Nach dem Wiederanpfiff markierte der Zwei-Meter-Hüne Dominik Weiß die 18:13-Führung für die Bittenfelder, wobei der Halblinke in den ersten 30 Minuten sogar noch Glück hatte, dass die Unparteiischen nicht auch ihn vom Parkett gestellt hatten.

Gerade in der zweiten Hälfte wurde der Faktor im Kasten des TVB Stuttgart deutlich entscheidender. Immer wieder bekam der 35-jährige Schlussmann Bitter nicht ganz hundertprozentige Abschlüsse der Gastgeber zu fassen und sorgte postwenden für einige schnelle Gegenzüge seiner Farben. "Sicherlich hat Bitter im Tor der Stuttgarter das Torhüterduell für sich entschieden. Wir haben dahingehend keinen Zugriff bekommen", erklärte Kurtagic.

Zudem zeigte sich die Defensive der Mittelhessen alles andere als sattelfest. Beide Torhüter waren kein wirklicher Rückhalt und die Abwehrspieler des TVH hatten zu oft das Nachsehen. "Wir haben es in der Abwehr zu selten geschafft, die Bittenfelder mit Stoppfouls zu bremsen", blickte Linksaußen Jannik Hofmann zurück. "Das sehr breite Spiel von Stuttgart hat uns das Leben schwer gemacht", musste Emir Kurtagic zugeben.

Zwar gaben sich die Hüttenberger zu keinem Zeitpunkt auf, doch mit weiterem Verlauf der Begegnung wurde schnell deutlich, dass es für die Mittelhessen nur wenig zu holen geben würde. Als Marian Orlowski in der 50. Minute nach einem schönen Spielzug des TVB die Führung auf 26:20 erhöhte, war die Partie im Grunde entschieden, die der neue Hüttenberger Coach "möglichst schnell abhaken" möchte.

Dennoch konnten sich die Verantwortlichen des TVH zufrieden zeigen. Denn im fünften Heimspiel wurde zum fünften Mal die Zuschauerzahl gesteigert. 2241 Besucher wollten in der Gießener Sporthalle Ost den Einstand von Trainer Emir Kurtagic sehen.


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