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„Kompromiss gefunden“

Gießener Anzeiger

Montag, den 27. November 2017 um 08:40 Uhr

VERTRAGSVERLÄNGERUNG Tomas Sklenak will bis Juni 2020 in Hüttenberg bleiben

GIESSEN. Von Albert Mehl. - Das Manko beim Torewerfen, vornehmlich von den Außenpositionen, nannte Tomas Sklenak als Hauptgrund für die 26:30-Niederlage seines TV Hüttenberg gegen GWD Minden und stimmte damit in den allgemeinen Tenor des Samstagabends ein. War er hier enttäuscht ob der Leistung seiner Gastgeber-Mannschaft, so ärgerte sich der 35 Jahre alte Tscheche aus persönlichem Blickwinkel über die Schiedsrichter. „Es kann nicht sein, dass ich siebenmal Schritte mache“, beklagte sich der Rückraumspieler über das Duo Fabian Baumgart/Sascha Wild. Nur einen Siebenmeter gewährten die Referees ihm bei seinen zahlreichen Durchbrüchen gegen die Mindener Defensive, pfiffen ansonsten immer wieder zum Freiwurf zurück.

„Eigentlich wollten wir einen Sieg feiern“, bedauerte Sklenak, der aber nicht nur wegen seiner Leistung auf dem Parkett der Sporthalle Ost im Blickpunkt stand. Denn vor dem Anpfiff hatte der ehemalige tschechische Internationale mit 60 A- und 62 Junioren-Länderspielen seinen Vertrag bei den Mittelhessen verlängert. Bis zum Juni 2020 hat sich der Familienvater an den TVH gebunden. „Der neue Kontrakt ... gilt ligaunabhängig“, hatte der Verein dabei mitgeteilt.

Zur Saison 2015/16 war der Mittelmann vom ThSV Eisenach nach Mittelhessen gewechselt. Wie schon bei den Thüringern galt Sklenak auch bei den Hüttenbergern als verlängerter Arm von Trainer Adalsteinn Eyjolfsson. Und trotz eines längeren Verletzungsausfalls wurde der Blondschopf mit dem unnachahmlich schnellen Wackler schnell zu einer festen Größe beim TVH. „Ich denke, das ist definitiv eine sehr wichtige Personalie für uns. Tomas ist mit seiner Erfahrung und Handball-Leidenschaft ein wichtiger Teil der Mannschaft“, hat auch Eyjolfsson-Nachfolger Emir Kurtagic die Bedeutung seines Routiniers erkannt. Genau wie der isländische Ex-Coach setzt auch der neue TVH-Trainer im Angriff verstärkt auf die Variante mit zwei Spielmachern im Rückraum (neben Sklenak noch Dominik Mappes).

Dabei geht der Blick von Tomas Sklenak eigentlich schon in Richtung Heimat. Zusammen mit seiner Frau würde er gerne wieder nach Tschechien zurückkehren oder näher an die deutsch-tschechische Grenze ziehen. „Aber da gibt es halt nicht so viele Angebote“, schmunzelt er, dass die Familie mit der Vertragsverlängerung in Hüttenberg „einen Kompromiss gefunden“ habe. Dabei will er nicht unerwähnt lassen, dass er sich in der neuen mittelhessischen Heimat sehr wohl fühlt, seit er aus Eisenach gewechselt ist. „Ich bin hier sehr gut aufgenommen worden.“

Und eines ist für Tomas Sklenak auch klar: „Wenn ich meine Karriere beende, dann hier.“


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