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TV Hüttenberg verliert auch im Kellerduell

Gießener Anzeiger

Freitag, den 10. November 2017 um 11:04 Uhr

GUMMERSBACH - (po). Auch im Kellerduell der Handball-Bundesliga stand der TV Hüttenberg nach einer ordentlichen Auswärtsleistung einmal mehr ohne Punkte da. Beim VfL Gummersbach lieferten sich beide Teams einen erbitterten Kampf, den die Gastgeber am Ende mit 28:25 (13:11) für sich entschieden. „Wir haben ein deutlich besseres Spiel gemacht als gegen Stuttgart, kämpfen uns entschlossen zurück, doch dann sind es wenige Situationen, die über den Ausgang entscheiden“, sagte Emir Kurtagic, Trainer des TVH. Zwar legten die Gäste ordentlich los und gingen nach einem wackeligen Start der Hausherren mit 2:0 durch Flügelflitzer Daniel Wernig in Front, doch die Herrlichkeit sollte nicht lange anhalten, denn auch Hüttenberg wirkte spielerisch alles andere als standfest und fand nachfolgend kaum Lösungen gegen die stabile 6:0-Defensive aus dem Bergischen.

VfL Gummersbach – TV Hüttenberg 28:25

So hatte der VfL Gummersbach in der zehnten Minute die Begegnung durch den halblinken Hünen Florian Baumgärtner auf 5:3 gedreht und wirkte mit seinen schnellen Reaktionen und daraus folgenden Kombinationen einen Tick geradliniger. Darüber hinaus entschied auch Nationalkeeper Carsten Lichtlein das Torwartduell frühzeitig für sich, obgleich auch Matthias Ritschel im TVH-Tor einen guten Job verrichtete. Zwischenzeitlich hatten die Mittelhessen die Partie wieder besser im Griff, wobei sie von etwas überdrehten Aktionen des Tabellenvorletzten profitierten, doch die wenigen Momente kurz vor dem Halbzeitpfiff gehörten wieder den Blau-Weißen. Während der TV Hüttenberg, insbesondere durch Vladan Lipovina, Chance um Chance liegen ließ oder an Lichtlein scheiterte, erhöhte Florian von Gruchalla in der 28. Minute per Siebenmeter auf 13:11 für die Gastgeber.

Nach Wiederanpfiff sollte das Spiel seitens des Traditionsvereins aus Hochelheim und Hörnsheim nicht besser werden. Ohne die notwendige Durchschlagskraft, geschweige denn zündende Offensivideen, verpufften die meisten Angriffe frühzeitig oder schlussendlich bei Torhüter Lichtlein, der jeden zweiten Ball zu fassen bekam. So war es nur logisch, dass Außenspieler Marvin Sommer in der 35. Minute auf 17:12 zugunsten der Gummersbacher erhöhte und die Weichen schon zum späteren Erfolg stellte.

Dabei unterliefen auch den Hausherren immer wieder teilweise einfache Fehler, aus denen allerdings der TVH nur in den seltensten Fällen Kapital schlagen konnte. Defensiv versuchten die Gäste noch einiges zu bewegen, wie etwa den Wechsel auf Fabian Schomburg im Kasten oder Dominik Mappes als weit vorgezogenen Abwehrspieler. Das hatte seine Auswirkungen: VfL-Trainer Bahtijarevic musste die grüne Karte legen, nachdem Lipovina zwischenzeitlich zum 21:22 verkürzt hatte (51.).

Obwohl den Blau-Roten sogar noch einmal der Ausgleich gelang, fehlten am Schluss – womöglich ob der vielen Fehlwürfe – die Körner, um noch einmal Wesentliches zu bewirken. Wenige Sekunden vor Ende erarbeitete sich Kreisläufer Moritz Preuss das Leder und sicherte die 27:25-Entscheidung. Dass anschließend Tobias Rother zwei Sekunden vor Schluss noch den Endstand herstellte, war nur noch für die Statistik interessant. „Wir wussten, dass Hüttenberg auch enorm fighten kann, von daher hat sich die Begegnung durch ganz großen Kampf von beiden Seiten ausgezeichnet. Ich bin sehr stolz, dass es meine Mannschaft so durchgezogen hat“, sagte VfL-Coach Denis Bahtijarevic.VfL Gummersbach: Lichtlein, Puhle (n.e.); Schröter (1), Jäger, Baumgärtner (4), Matic, Pujol (4), Sommer (5), Kopp, Zhukov (5), Von Gruchalla (4/3), Becker, Preuss (4), Feuchtmann Perez (1)

TV Hüttenberg: Ritschel, Schomburg (36.-42.); Sklenak (4), Stefan, Lambrecht (2), Wernig (1), Müller, Rompf (3), Zörb (3), Fernandes, Johannsson (1), Roth (1), Mappes (4), Hofmann, Hahn (1), Lipovina (5)

Zuschauer: 3386. - Schiedsrichter: Schulze/Tönnies (Magdeburg). - Siebenmeter: 3/3 : 0/0. - Zeitstrafen: 2:6 (Zhukov ; Zörb, 2x Fernandes).


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