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Duell der Überraschungsteams

Gießener Allgemeine Zeitung

Freitag, den 18. November 2016 um 10:32 Uhr

Hüttenberg heute gegen Leutershausen und Sonntag in Neuhausen

(mro) Zum Abschluss des ersten Saisondrittels steht für Handball-Zweitligist TV 05/07 Hüttenberg an diesem Wochenende der zweite von vier Doppelspieltagen an. So empfangen die Handballer aus dem Handkäsedorf bereits heute Abend Mitaufsteiger SG Leutershausen. Keine 46 Stunden später ist man dann am Sonntag beim TV 1893 Neuhausen gefordert.

TV 05/07 Hüttenberg – SG Leutershausen (Fr., 19.30 Uhr, Hüttenberg): Mit der SG Leutershausen kommt ein Mitaufsteiger des TVH, der ähnlich gut in der 2. Liga eingeschlagen ist. Aktuell Rang sieben mit lediglich zwei Punkten Rückstand zu den Mittelhessen bedeuten ebenfalls eine mehr als ordentliche Zwischenbilanz. Für Hüttenbergs Trainer Aalsteinn Eyjólfsson ist der gute Saisonstart der Mannschaft aus der Metropolregion Rhein-Neckar keine Überraschung. »Sie spielen eine gut versetzte 5:1-Abwehr-Variante, die es den Gegnern schwer macht. Im Angriff kommt viel Druck aus dem Rückraum und sie spielen sehr gut und variantenreich in Kleingruppen. Zudem schwimmen sie auf einer ähnlichen Euphoriewelle wie wir.«

Nur durch den Aufstiegsverzicht des West-Titelträgers Leichlinger TV konnte die SGL als Tabellenzweiter der Drittliga-Südstaffel den Weg zurück ins Bundesliga-Unterhaus antreten, aus dem man sich erst 2014 aus finanziellen Gründen zurückgezogen hatte. Bei den Roten Teufeln von der Bergstraße sitzt die Prominenz auf und neben der Bank. Denn Trainer ist Ex-Nationalspieler Marc Nagel und als Sportlicher Leiter fungiert Ulrich Roth, Zwillingsbruder vom Trainer der MT Melsungen, Michael Roth, und ebenfalls ehemaliger Nationalspieler. Auf der Platte trumpft dafür die nächste Generation auf. Speziell die beiden U 20-Nationalspieler und aktuellen Vize-Europameister, der Halbrechte 2,07-Meter-Riese Stefan Salger und der Halblinke Valentin Spohn (aktuell mit 63 Treffern bester Feldtorschütze der Liga), die vom ebenfalls torgefährlichen Mittelmann Philipp Bauer eingesetzt werden. Mit Rechtsaußen Sascha Pfattheicher trägt ein weiterer Jungspund das DHB-Nachwuchstrikot. Leutershausens gute Platzierung resultiert primär aus der Heimstärke. Bei vier Auswärtsauftritten konnte man bisher lediglich beim TV Neuhausen als Sieger vom Platz gehen …

Auch 3:2:1 offensiv

TV Neuhausen/Erms – TV 05/07 Hüttenberg (So., 17 Uhr): … und damit bei der Mannschaft, bei der der TVH am Sonntag vorstellig wird. Die Baden-Württemberger sind aktuell auf Platz 13 angesiedelt, verpassten aber am letzten Wochenende mit einem Heim-Unentschieden gegen den TuS Ferndorf, sich weiter vom Tabellenende zu entfernen.

Die Hauptstärke des Teams des 34-jährigen Serben Aleksandar Stevic ist sicherlich in der Offensive zu finden. Das hat auch Stevic erkannt. »Wir sind im Angriff besser als vergangene Saison. Wir spielen effizienter und attraktiver.« Auf der anderen Seite stellt er aber auch fest. »In der Abwehr sind wir einen Tick schwächer geworden.« Mit dafür verantwortlich macht er die Langzeitverletzungen von Tim Keupp und dem 20-jährigen estischen Neuzugang auf Halblinks, Karl Toom, die sich beide Kreuzbandrisse zuzogen. »Neuhausen spielt eine ähnlich offensive Abwehrphilosophie wie wir. Daher wird es zu vielen Zweikämpfen kommen. Da muss man sehen, wie viele Kräfte am Sonntag noch vorhanden sind«, lautet die Einschätzung des isländischen TVH-Trainers, der ansonsten aber hauptsächlich auf die heutige Partie fokussiert ist. Mit Mittelmann Jan Reusch verfügt auch der TVN über einen aktuellen Junioren-Nationalspieler und mit Andreas Bornemann auf der rechten Angriffsseite über einen weiteren zuverlässigen Torschützen, die es für den TVH zu kontrollieren gilt. Genauso wie den starken Kreisläufer Felix Klingler, der am Vorwochenende mit neun Toren gegen Ferndorf besonders stark auftrumpfte.

Der TV 05/07 Hüttenberg hat im letzten Spiel in Essen gezeigt, dass man die Länderspielpause gut genutzt hat. Ein kleines Plus für die starke Belastung an diesem Wochenende könnte zudem sein, dass man einen Tag mehr Pause hatte, da man auf der Margarethenhöhe bereits am Freitagabend antrat. Zudem kehrt der zuletzt angeschlagene Moritz Zörb in den Kader zurück und somit nur noch Markus Semmelroth auf der Ausfallliste steht.


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