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Sklenák im Osten überragend

Gießener Allgemeine Zeitung

Montag, den 05. Dezember 2016 um 10:18 Uhr

Hüttenberger 32:25-Erfolg in Dessau-Roßlau – Eyjólfsson: »Sensationell«

(mro) Wie Phönix aus der Asche. So stieg gestern Tomáš Sklenák vom TV 05/07 Hüttenberg in der Anhalt-Arena Dessau empor und war der alles überragende Handball-Spieler beim 32:25 (14:10)-Auswärtssieg – mit dem der mittelhessische Traditionsklub im Aufsteiger-Duell nicht nur seinen sechsten Sieg in Serie einfuhr, sondern Aufstiegsplatz drei festigte, da von den ersten sechs in der Tabelle nur noch Nettelstedt verlustpunktfrei blieb.

Gerade Sklenák. Vor Wochenfrist noch klar im Schatten von Dominik Mappes, der in Dessau grippekrank fehlte. Dem viele Kritiker nach seiner erneuten schweren Knieverletzung im Sommer 2015 zwar die Fähigkeit, das Spiel zu steuern, attestierten, aber seine mangelnde Torgefahr ankreideten. Gerade der 34-jährige, krankheitsbedingt unter der Woche geschwächt, war der alles überragende Mann und achtfacher Torschütze.

In einem Spiel, in dem die Hausherren zwar in der dritten Minute durch einen Strafwurf von Vincent Sohmann mit 3:1 in Führung gehen konnten. Aber spätestens nach dem 5:5 durch den tschechischen Mittelmann des TVH (10.) gaben die Gäste den Ton an. Vier Minuten später war man durch einen Kreistreffer von Mario Fernandes schon auf 8:5 weggezogen. Und ließ sich auch durch Dessaus 10:11-Anschluss bei doppelter Unterzahl nicht beirren. Sondern erhöhte, kaum komplett, wieder auf 14:10 durch Moritz Zörb. Obwohl der TVH in der Defensive durch zwei frühe Zeitstrafen gegen Moritz Lambrecht zum improvisieren gezwungen war. »Aber unsere 5:1-Zone hat gut funktioniert und Matthias Ritschel hat sensationell gehalten«, konnte TVH-Trainer Aðalsteinn Eyjólfsson sofort eine wirksame Alternative aus dem Ärmel zaubern.

Die Hausherren, unter der Woche noch in Ludwigshafen im Einsatz und dabei unterlegen, stemmten sich mit aller Macht gegen die drohende Niederlage und konnten auch in der 43. Minute durch ein Tor von Rechtsaußen Tom Hanner noch einmal auf 17:19 heranrücken. Doch das sollte es dann auch gewesen sein. Hüttenberg machte aus dem 21:18 in der 45. Minute binnen sechs Minuten durch Tore von Ragnar Jóhannsson, zweimal Daniel Wernig, natürlich Tomáš Sklenák und Tim Stefan ein 26:18 und ließ damit die Anhänger der Hausherren verstummen. Sodass die Handballer aus Hochelheim und Hörnsheim die letzten neun Minuten souverän zu einem letztlich ungefährdeten 32:25-Sieg herunterspielen konnten.

Eyjólfsson war nach der Begegnung voll des Lobes. »Sensationell. Bei dieser Atmosphäre und diesem Druck in Dessau so zu bestehen, zeigt die Reife der Mannschaft. Und das, obwohl wir krankheitsbedingt unter der Woche im Training dosieren mussten, weil viele fehlten.« So musste auch Linksaußen Jannik Hofmann gestern passen. »Aber persönlich freut es mich natürlich für Tommi. Ich wusste, dass er auch nach seinem zweiten Kreuzbandriss so wieder kommt. Das war der alte Tomáš Sklenák«, zeigte der Isländer Emotionen für seinen langjährigen Weggefährten in Eisenach.

Dessau-Roßlauer HV: Döhler, Ambrosius; Pavlicek (7/2), Hensen, Donath, Vanco (2), Sohmann (5/3), Sliwka (3), Pfeiffer (2), Schmidt, Hönicke, Schade (1), Hanner (5).

Hüttenberg: Ritschel, Schomburg; Stefan (3), Sklenák (8), Wörner (1), Lambrecht, Wernig (8/4), Rompf (2), Zörb (1), Fernandes (4), Jóhannsson (5), Roth, Panther.

Stenogramm: SR: Schaban/Westphal (Berlin). - Zuschauer: 1113. - Zeitstrafen: 6-14 (Strafminuten). - Siebenmeter: 7/5:5/4.


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