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Spitzenspiel vor Spitzenkulisse?

Gießener Allgemeine Zeitung

Freitag, den 03. März 2017 um 12:21 Uhr

Trainer Eyjólfsson hadert vor Hüttenberger Duell gegen Bad Schwartau mit Zuschauerzahlen

(mro). Aðalsteinn Eyjólfsson, Trainer von Handball-Zweitligist TV 05/07 Hüttenberg, war am Mittwoch etwas ratlos. »Meine Mannschaft zeigt in jedem Spiel Leistung und Leidenschaft. Es sind überwiegend Spieler hier aus der Region. Wir spielen mit jungen deutschen Spielern. Ich verstehe nicht, warum das nicht mehr von den Zuschauern, aber auch von Sponsoren, honoriert wird. Das ist den Jungs, aber auch dem Verein gegenüber schon ein wenig unfair«, sprudelte es aus dem Isländer heraus, der nicht verstehen kann, dass erst zweimal in dieser Saison die Marke von 1000 Zuschauern geknackt wurde. Denn er weiß nur zu gut, dass die Leistungen seiner Mannschaft keine Selbstverständlichkeit sind und noch mehr Unterstützung seinem Team nur guttun kann. »Denn wir wollen unsere eigene Cinderella-Story noch weiter schreiben.«

Am besten schon morgen Abend – wieder zur gewohnten Anwurfzeit um 19.30 Uhr – wenn der Tabellenzweite den nur vier Punkte dahinter rangierenden Fünften VfL Bad Schwartau empfängt. Es ist die Spitzenpartie des 24. Spieltages. In der der Druck aufseiten der Gäste liegt, würde doch eine Niederlage einen weiteren Rückschlag im Aufstiegsrennen bedeuten.

Denn die Marmeladenstädter mussten vor Wochenfrist bereits gegen die Drittplatzierte SG BBM Bietigheim eine Vier-Tore-Führung Mitte der zweiten Halbzeit und am Ende bei der 25:26-Heimniederlage auch beide Punkte aus der Hand geben. Ein Rückschlag nach einem 4:0-Punkte-Wochenende zuvor, als man mit einem 26:22-Auswärtssieg beim Erstliga-Absteiger ThSV Eisenach ein Ausrufezeichen gesetzt hatte. Mit dem VfL kommt nicht nur die mit Abstand beste Defensive der Liga nach Hüttenberg, die im Schnitt zwei Tore weniger als der TVH, der immerhin auch die drittbeste Abwehr stellt, hinnehmen muss. Sondern auch ein Gegner, gegen den die heimischen Handballer gerne die 25:29-Hinspielniederlage ausmerzen wollen. Die bekanntlich unter ganz besonderen Umständen zustande gekommen war, hatten doch Einbrecher in der ersten Halbzeit des Spiels aus der Hüttenberger Kabine einige Wertsachen entwendet. Vielleicht mit ein Grund, dass man den knappen 13:14-Pausenrückstand nicht mehr umbiegen konnte.

Hüttenberg will die Heimserie von zehn ungeschlagenen Spielen und erst drei abgegebenen Punkten in den bisherigen elf Begegnungen ausbauen. Grund zum Optimismus gibt der Auftritt letzte Woche in Nordhorn, als man beim 29:29 zumindest im Angriff offenbar den Rost der WM-Pause abgelegt hatte. »Das war spielerisch eine ganz starke Leistung«, war der TVH-Trainer erfreut, dass es in diesem Teilbereich offenbar wieder läuft. Dafür aber die sonst so sattelfeste Deckung momentan schwächelt. Waren es im letzten Heimspiel gegen den TuS Ferndorf wieder zu viele Gegentore über außen, so missfiel dem Isländer vor Wochenfrist die Abwehrleistung gegen den Rechtshänder Patrick Miedema, der auf der halbrechten Position zu zehn Treffern kam. Fast 28 Gegentore im Schnitt aus den letzten sechs Begegnungen sind dann doch zwei bis drei zu viel.

»Bad Schwartau ist eine der Top-Vier-Mannschaften der Liga. Sie sind auf allen Positionen zweifach besetzt und können auch im Block wechseln. Sie besitzen brutale Qualität. Zudem ist es eine der körperlich stärksten Mannschaften der Liga«, zollt Eyjólfsson dem Gegner Respekt. »Das wird eine Riesen-Herausforderung.« Bei der er um Rückraumakteur Tim Stefan und Abwehrchef Mario Fernandes bangt, die beide von der aktuell im Kader grassierenden Grippewelle am stärksten erwischt wurden. »Alle anderen sollten es bis zum Spiel schaffen.« Umso wichtiger also, dass der »siebte Mann« auf der Tribüne das Team unterstützt.


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