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Favoritenschreck kommt

Gießener Allgemeine Zeitung

Freitag, den 17. März 2017 um 09:07 Uhr

Hüttenberg erwartet am Samstag HG Saarlouis – »Wir werden uns steigern müssen«

(mro). Hat der TV 05/07 Hüttenberg die herbe Klatsche in Aue verdaut? Diese Frage gilt es, in den kommenden beiden Heimspielen zu beantworten. Am Samstag (19.30 Uhr) empfangen die Blau-Roten im heimischen Sportzentrum am 26. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga die HG Saarlouis, bevor nach einem spielfreien Wochenende am 1. April die TSG Ludwigshafen-Friesenheim zu Gast sein wird.

Im Trikot der Saarländer reist mit dem treffsicheren Halblinken Jonas Faulenbach ein Ex-Hüttenberger an, der nach Saisonende zum TuS Ferndorf zurückkehren wird. Aber bis dahin verhindern will, dass Saarlouis zum vierten Mal in Folge die Runde auf einem sportlichen Abstiegsplatz beenden wird. Und wieder hoffen muss, durch Lizenzierungs- oder Finanzprobleme anderer Mannschaften den Status zu erhalten. Denn auch aktuell schwebt man in gefährdeten Regionen. Obwohl man gerade den Spitzenklubs der Liga immer wieder ein Schnippchen schlägt. Konnte man in der Hinrunde Spitzenreiter TuS Nettelstedt-Lübbecke einen Punkt abknöpfen und in Bad Schwartau und gegen die Rimpar Wölfe gewinnen, schlägt der Favoritenschreck auch in der Rückrunde zu. Sieg in Eisenach, Sieg zu Hause gegen den Tabellendritten SG BBM Bietigheim lautet die Bilanz der letzten beiden Wochen. Fehlt nur noch der Skalp des TVH in der Sammlung der HG.

Der TV Hüttenberg dürfte also gewarnt sein. Zumal die Mannschaft von Trainer Jörg Bohrmann trotzdem nur zwei Punkte vor dem ersten Abstiegsrang rangiert, da man halt auch beim Tabellenletzten in Rostock leer ausging oder gegen den Vorletzten TV Neuhausen nicht über eine Punkteteilung hinauskam.

Aber auch die Handballer aus Hochelheim und Hörnsheim sind momentan auf der Suche nach ihrer Konstanz. Hatte man, nach holprigem Start nach der WM-Pause, im letzten Heimspiel gegen den VfL Bad Schwartau mit einer starken Leistung gehofft, wieder in die Erfolgsspur der Hinrunde zurückgekehrt zu sein, war der Auftritt in Aue wieder ein Rückschritt. Auch wenn die Sachsen vielleicht ihre beste Saisonleistung zeigten, müssen speziell 32 Gegentore (Saison-Negativrekord) Anlass zur Kritik geben. »Wir werden uns steigern müssen«, gibt Aðalsteinn Eyjólfsson unumwunden zu. Speziell den Rückraum, mit Faulenbach, dem Halbrechten Jerome Müller und dem spanischen Mittelmann Ibai Meoki-Etxebeste, gilt es zu kontrollieren. Ob Eyjólfsson dabei wieder auf Moritz Zörb zurückgreifen kann, der in Aue fehlte, ist noch ungewiss, da dieser immer noch an seiner Rückenzerrung laboriert »Jannik Hofmann war krank, sollte aber am Samstag spielen können«, ist der Trainer bei seinem Linksaußen optimistischer.

Doch auch die blau-rote Offensive muss zulegen. »Saarlouis spielt etliche Deckungs-varianten. Darauf müssen wir uns einstellen und Lösungen finden«, nimmt der isländische TVH-Coach seine Mannen in die Pflicht. »Auf keinen Fall dürfen wir uns vom Hinspiel blenden lassen (35:26-Sieg des TVH in Saarlouis – Anm. d. Red.). Sie hatten in der Hinrunde einige Verletzte, kommen nun aber mit kompletter Kapelle.« Zudem hatte Patrick Schulz im Gäste-Tor in den letzten beiden Spielen mit etlichen Glanzparaden einen großen Anteil an den Siegen.

Daher hofft Eyjólfsson auch wieder auf eine Zuschauerunterstützung wie zuletzt gegen den VfL Bad Schwartau. Denn die Gäste reisen extra mit einem größeren Fanbus an, um den dritten Favoriten in Folge zu besiegen. Was der TVH natürlich verhindern will.


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