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Gießener Allgemeine Zeitung

Samstag, den 15. April 2017 um 09:13 Uhr

… nach der Vorrunden-Form – Zweitligist Hüttenberg erwartet Essen

Von Markus Röhrsheim. Heute, bereits um 15.30 Uhr (!), erwartet Handball-Zweitligist TV 05/07 Hüttenberg im Aufeinandertreffen der Traditionsvereine TUSEM Essen am 30. Spieltag im heimischen Sportzentrum. Erfreulicher Grund der ungewohnten Anwurfzeit ist die Live-Übetragung des Spiels im HR-Fernsehen. »Für uns sind diese Liveübertragungen (zudem wird das Spitzenspiel gegen die SG BBM Bietigheim am 27. Mai gezeigt – Anm. d. Red.) eines der Highlights der laufenden Runde. Mit den Spielen wird unsere Mannschaft für die bisher so sensationell verlaufende Saison belohnt«, freut sich TVH-Manager Lothar Weber über das nicht alltägliche TV-Interesse an einem der Aushängeschilder des hessischen Handballs.

Genauso wie Trainer Aðalsteinn Eyjólfsson hofft Weber natürlich darauf, dass aber auch die zuletzt steigende Zuschauerunterstützung in der Halle am Ostersamstag anhält und man so neben attraktivem auch stimmungsgeladenen Handball einem breiten Publikum präsentieren kann. Denn den in den letzten Spielen so wichtigen »8. Mann«, wie bei den engen Siegen in diesem Jahr gegen Emsdetten, Ferndorf, Bad Schwartau und Saarlouis sowie dem Unentschieden gegen Ludwigshafen-Friesenheim, wird man auch heute wieder brauchen.

Zwar steht die Mannschaft von der Margarethenhöhe aktuell nur auf dem 15. Platz. Doch dort stand auch vor dem letzten Spieltag der Wilhelmshavener HV, der dann durch den Heimsieg gegen den TVH vier Plätze gut machte. Aber weiterhin, wie der TUSEM auch, im Abstiegskampf steckt. Denn vom ersten Abstiegsrang, den aktuell der ASV Hamm inne hat, bis zum Tabellen-9. EHV Aue sind es gerade einmal vier Punkte.

Auch im Aufstiegsrennen um die weiteren zwei Plätze hinter dem souveränen Erstliga-Absteiger und wohl sofortigem Rückkehrer TuS Nettelstedt-Lübbecke liegen Bietigheim, Hüttenberg, Rimpar und Ludwigshafen-Friesenheim ebenfalls nur vier Punkte auseinander, während Bad Schwartau und Eisenach mit bereits sieben Zählern Rückstand vermutlich nur noch das Zünglein an der Waage sein werden. Eisenach, der Ex-Klub von Aðalsteinn Eyjólfsson und Regisseur Tomáš Sklenák, könnte den Blau-Roten heute mit einem Sieg gegen die Rimpar Wölfe zumindest Schützenhilfe leisten.

Für den noch amtierenden Meister der Ostgruppe der 3. Liga, dem nach der WM-Pause die bis dahin so tragende Leichtigkeit fehlt und der daher in 2017 »nur« ein mit 10:10 Punkten ausgeglichenes Konto einfahren konnte. Was aber für einen Aufsteiger natürlich immer noch eine gute Ausbeute ist. Halt nur kein Vergleich zu überragenden 29:7-Punkten im alten Jahr. Bauen können die Handballer aus der mittelhessischen Handkäsehochburg aber weiterhin auf ihre Heimstärke. Lediglich der HSG Konstanz gelang es im ersten Saison-Heimspiel, beide Punkte zu entführen, so dass man, bei Unentschieden gegen Rimpar und zuletzt Friesenheim, vor eigenem Publikum seit nunmehr 13 Partien ungeschlagen ist.

Trotzdem erwartet der isländische TVH-Coach eine engere Begegnung als den souveränen 27:20-Sieg in Essen in der Hinrunde, als man den Gegner beherrschte, der zudem auf seinen Halblinken Carsten Ridder aufgrund eines Risses des vorderen Syndesmosebandes am Sprunggelenk verzichten muss.

Auf dieser Position strahlten aber zuletzt mit Jonas Ellwanger und dem variabel einsetzbaren Dennis Szczesny, der zudem unter der Woche seinen Vertrag um weitere zwei Jahre verlängert hat, enorme Torgefahr aus, was dem TUSEM bei den letzten drei Auswärtsaufgaben unter anderem einen Sieg beim Vierten Rimpar und einen Punkt beim mit Hüttenberg punktgleichen Zweiten Bietigheim einbrachten. »Essen hat bisher eine sehr gute Rückrunde gespielt«, warnt der Hüttenberger Trainer vor dem Gegner.

Die Handballer aus Hochelheim und Hörnsheim dagegen mussten zuletzt die Erfahrung machen, dass ihre Gegner aus den Hinspielen gelernt haben und nun wissen, wie man dem TVH das Leben schwer macht. Zudem hat die Mannschaft aktuell Probleme, ihr Leistungslevel über die komplette Spielzeit abzurufen. So reichten jeweils eine bärenstarke Halbzeit im letzten Heimspiel sowie vor Wochenfrist in Wilhelmshaven nur zu einem Punkt.

Was natürlich auch an den Verletzungsproblemen lag (Tomáš Sklenák, Jan Wörner und Jannik Hofmann verletzt, Dominik Mappes und Moritz Lambrecht angeschlagen), die von den langen fehlenden Markus Semmelroth und Maximilian Kraushaar natürlich noch nicht voll kompensiert werden können. »Jannik Hofmann wird gegen Essen wieder dabei sein«, kann der TVH-Coach personell einen kleinen Fortschritt vermelden. Für Wörner und Sklenák wird es allerdings wohl noch nicht reichen.

»Es wird eine Herausforderung, die wir mit unseren Fans im Rücken bewältigen wollen. Wir wollen natürlich zwei Punkte holen und uns ein wenig den Frust von der Seele spielen vom letzten Wochenende«, ist die Vorgabe des 39-jährigen Familienvaters.


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