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Hüttenberger Rompf: »Sehe uns 60:40 vorn«

Gießener Allgemeine Zeitung

Samstag, den 10. Juni 2017 um 10:08 Uhr

Von Markus Röhrsheim. Am Samstagabend, kurz vor 20 Uhr, herrscht Gewissheit, ob der TV 05/07 Hüttenberg den Erstliga-Aufstieg geschafft hat. Vorher hat der TVH noch ein hartes Stück Arbeit vor sich. Sollte das gelingen, dann wäre dies ebenso sensationell wie der Bundesliga-Aufstieg 2011 unter Trainer Jan Gorr – doch jetzt wäre der erste Klub, der aus der dritten in die erste Handball-Bundesliga durchmarschieren würde.

Linksaußen Christian Rompf wechselte vor der Saison nach sechs Jahren beim Erstliga-Nachbarn HSG Wetzlar zum TVH und hat somit schon einige Erfahrungen in seinem Handballer-Leben sammeln können. Eine neue Lebenserfahrung hat er aber nicht nur durch diesen Wechsel gemacht. Seit zehn Tagen ist er zudem stolzer Papa von Sohnemann Benaja, wodurch »das Leben noch viel mehr Spaß macht«.Der junge Vater blickt im Interview mit dieser Zeitung auf das letzte Saisonspiel heute gegen den TuS Nettelstedt-Lübbecke, das um 18 Uhr im Sportzentrum Hüttenberg (Live-Übertragung des HR-Fernsehens im Internet unter hessenschau.de) angepfiffen wird – und welches das nächste Highlight für den 30-Jährigen in nur wenigen Tagen werden soll.

Wie schwer war es, sich in letzter Zeit auf den Handball zu konzentrieren?
Christian Rompf: Das war kein Problem. Meine Freundin hat mir gesagt, dass ich mich, wenn ich zu Hause bin, darauf konzentrieren soll, und wenn ich beim Handball bin, auf den Handball. Außerdem ist der Handball eine gute Ablenkung.

In Würzburg haben wir schon über die unberechtigte rote Karte gesprochen. Inwieweit ist dieses Spiel, und so wie es gelaufen ist, raus aus den Köpfen?
Rompf: So eine Niederlage bei einem Mitkonkurrenten, erst recht auf der Zielgeraden, ist natürlich bitter. Aber es ist nicht mehr so schlimm. Wir hatten am Dienstag eine kleine Besprechung. Das war hauptsächlich die Vorschau auf das Spiel gegen Nettelstedt und nur ein kurzer Rückblick auf Rimpar. Wir konzentrieren uns voll auf Samstag. Wir wollen eine starke Saison gut über die Bühne bringen.

Zum Saisonabschluss kommt heute der souveräne Meister. Wie stehen die Siegchancen?
Rompf: Man hat im letzten Spiel gegen Rostock (Tabellenletzter – Anm. d. Red.) gesehen, dass Nettelstedt etwas geschwächelt hat. Da haben sie nur mit drei Toren gewonnen. Wir haben in dieser Saison zu Hause nur einmal verloren und zwei Unentschieden erzielt. Daher sehe ich uns auf dem Papier mit 60:40 vorn. Wenn man mit jedem Einzelnen in der Mannschaft spricht, die wollen alle.

Wird es also doch zum Aufstieg reichen?
Rompf: Rimpar verliert in Bad Schwartau und wir gewinnen. Dann sind wir aufgestiegen. Die Zuversicht ist auf alle Fälle da. In der Mannschaft denkt keiner an ein Versagen. Warum auch? Trotz unserer Auswärtsschwäche in der Rückrunde spielen wir immer noch um den Aufstieg.

Sie haben in Wetzlar sechs Jahre Bundesliga gespielt, können also die Stärke beider Ligen bewerten. Wir würden Sie im Falle eines Aufstiegs die Chancen in der nächsten Saison beurteilen?
Rompf: Falls wir es schaffen, wird es eine schwere Saison, ganz klar. Aber wenn man diese Saison gesehen hat, da hat man vorher auch nicht erwartet, dass wir so eine Runde spielen. Das ist eine coole Situation für alle. So etwas dürfen nicht viele erleben. Wenn wir aufsteigen, sollte jeder die Saison genießen und alles aufsaugen.

Zum Abschluss: Warum schafft der TVH den Aufstieg?
Rompf: Weil wir einfach genauso das letzte Heimspiel spielen wie alle anderen davor, außer der einen Niederlage (lacht). Wir werden unbekümmert spielen und wollen wieder die tollen Zuschauer mitnehmen. Das wird ein toller Abschluss einer super Saison, egal, wie es jetzt am Ende ausgeht.


INFO - Live-Ticker am Samstag
Am Samstag um 18 Uhr heißt es Daumen drücken für die heimischen Handballer des TV Hüttenberg im Fernduell mit den Wölfen Rimpar und der TSG Ludwigshafen-Friesenheim. Die Gießener Allgemeine Zeitung bietet für alle, die keinen Platz in der ausverkauften Hüttenberger Halle bekommen haben, einen Live-Ticker an. Dieser wird sich nicht nur mit dem Spiel vor Ort beschäftigen, sondern auch jederzeit darüber informieren, welche der drei Mannschaften gerade die beiden verbliebenen Aufstiegsränge belegt. Klicken Sie sich rein unter www.giessener-allgemeine.de!


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