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Osthalle wird auch Handball-Stätte

Gießener Allgemeine Zeitung

Donnerstag, den 29. Juni 2017 um 07:37 Uhr

Die Entscheidung ist gefallen. Der TV 05/07 Hüttenberg trägt als Aufsteiger in die Handball-Bundesliga seine Heimspiele der Saison 2017/18 in der Gießener Sporthalle Ost aus. Manager Lothar Weber lobt die Kooperationsbereitschaft der Gießen 46ers

Von Ralf Waldschmidt. Alle Plan- und Gedankenspiele sind beendet. Sensationsaufsteiger TV 05/07 Hüttenberg hat nach wochenlanger Suche für die Saison 2017/18 in der Handball-Bundesliga seine Heimspielstätte gefunden: die Gießener Sporthalle Ost.

Im Rahmenterminplan der HBL ist Hüttenberg der Schlüssel von Absteiger HSC Coburg zugewiesen worden, was bedeutet, dass der Traditionsklub in Abstimmung mit dem Basketball-Erstligisten Gießen 46ers derzeit 15 seiner 17 Heimspiele in der Universitätsstadt austragen kann. In jenen Gemäuern also, in denen Basketballer, Volleyballer und Handballerinnen in den vergangenen Jahrzehnten historische Erfolge gefeiert haben.

TVH-Manager Lothar Weber gibt sich erleichtert: »Das war ein schwieriges Thema. Ich denke, wir haben jetzt dank der unvoreingenommenen Kooperationsbereitschaft der beiden Geschäftsführer der Gießen 46ers eine optimale Lösung gefunden.« Von Aschaffenburg bis Frankfurt, von Heuchelheim bis Wetzlar waren die Hüttenberger Verantwortlichen seit dem sich abzeichnenden Aufstieg auf Hallensuche gewesen - mit dem gestern verkündeten Happy End. Vom Tisch ist also der Umzug in die Heuchelheimer Sporthalle, gleichfalls die aufwendige Zeltkonstruktion auf dem Festplatz sowie die kostspielige Nutzung der Wetzlarer Rittal-Arena. Grundsätzlich herrscht Übereinstimmung über die Osthallen-Nutzung, die die Hüttenberger um einige Zehntausend Euro günstiger als alle anderen angedachten Vorhaben kommt. »Die genauen Zahlen kenne ich zwar selbst noch nicht«, so Weber, »aber jede andere Variante wäre teurer geworden.«

Einige Detailfragen sind allerdings noch zu klären. Bei den im Terminplan vorgesehenen Heimspielen gegen den SC Magdeburg und HC Erlangen wird das Heimrecht getauscht werden müssen, dann könnten sogar alle 17 Heimpartien in der Sporthalle Ost stattfinden. Die Zusagen aus Magdeburg und Erlangen stehen aber noch aus. Darüber hinaus wird der TV 05/07 den Ausnahmeantrag auf Nutzung der Hüttenberger Sporthalle insoweit abändern, als dass diese bei international terminlich bedingten Zwängen als Aushilfsstätte zugelassen wird. Weber: »Wenn einer unserer Gegner im Europapokal unterwegs ist, können wir ja nicht von Donnerstag bis Sonntag eine Spielstätte blocken.«

Entschieden über all diese Fragen wird auf der Ligatagung am 6. Juli, danach haben die Klubs noch eine zehntägige Einspruchsfrist, sodass Mitte Juli die Vorrundenplanung bis Ende Dezember 2017 in trockenen Tüchern sein sollte.

Die Tür zur Sporthalle Ost wurde den Hüttenberger Bundesliga-Handballern – so Weber – durch das hervorzuhebende Entgegenkommen von Basketball-Bundesligist Gießen 46ers geöffnet. Mit deren Geschäftsführern Heiko Schelberg und Philipp Reuner habe es »sehr konstruktive und schnell zielführende Gespräche« gegeben. Heiko Schelberg erläuterte auf Anfrage: »Wir haben Hüttenberg von Anfang an klargemacht, dass wir für alles offen sind. Wir wissen doch nur zu gut selbst, wie bedeutsam eine adäquate Sportstätte für einen Erstligisten ist.« In den Gesprächen sei es sogar bereits um weitere Detailfragen wie die Nutzung der LED-Banden und der VIP-Räume gegangen. »Für den Sportstandort Gießen kann das nur von Vorteil sein.«

Aufatmen dürfte vor allem auch Erfolgscoach Aolsteinn Eyjolfsson, der den TVH in einem Rutsch von der 3. in die 1. Liga zurückgeführt hat. Nach der Verpflichtung des polnischen Rückraumspielers Szymon Sicko dürfte im Bundesliga-Etat nunmehr wieder etwas Luft für eine weitere personelle Verstärkung des Aufstiegskaders sein.

Bis spätestens kommenden Montag wird die HBL laut Spielleiter Andreas Wäschenbach die ersten vier Bundesliga-Spieltage festzurren. Der komplette Spielplan wird in Abstimmung mit den EHF-Cup-Wettbewerben bis Mitte Juli eingestellt. Dann spätestens wissen die TVH-Anhänger auch, wann der Aufsteiger gegen wen in der Osthalle antritt. Die Osthallen-Heimpremiere würde demnach am 3. September gegen den Hessenrivalen MT Melsungen erfolgen.


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