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Die nächste Auswärtshürde

Gießener Allgemeine Zeitung

Donnerstag, den 31. August 2017 um 09:11 Uhr

TV 05/07 Hüttenberg beim SC DHfK Leipzig zu Gast – Eyjólfsson fordert 60 Minuten Bestleistung

(mro). Keine Zeit für den TV 05/07 Hüttenberg die Auftaktniederlage vom Sonntag in Magdeburg zu verarbeiten. Gleich zu Beginn des Abenteuers 1. Liga steht für den mittelhessischen Aufsteiger eine englische Woche auf dem Programm. Bereits am heutigen Donnerstagabend (18.30 Uhr) gilt es, die nächste hohe Hürde zu überwinden. In der Arena Leipzig trifft man als Gast des SC DHfK auf den nächsten Gegner, der auch so gar nicht die Kragenweite des TVH hat, ehe am Sonntag dann die MT Melsungen zum Hessenderby in die neue Heimstätte, die Gießener Sporthalle Ost, zur Heimpremiere der neuen Spielzeit kommt.

»Leipzig hat sich in den letzten Jahren nicht nur sportlich, sondern auch in den Strukturen, sensationell entwickelt«, zollt TVH-Trainer Aðalsteinn Eyjólfsson dem zweiten Erstliga-Gegner höchsten Respekt. Der letztjährige Liga-Achte musste zum Saison-Auftakt allerdings hart kämpfen, um zu seinem 29:26-Sieg in Minden zu kommen. Speziell der Halbrechte Franz Semper mit acht Toren und Heimkehrer Philipp Weber (11/5 Tore), der letztjährige Liga-Toptorschütze und Spieler der HSG Wetzlar, drehten zum Ende die Partie zugunsten der Sachsen. Mit Siegen gegen Hüttenberg und am Sonntag in Lemgo will man eine gute Basis für das folgende schwere Spiel gegen die SG Flensburg-Handewitt legen. Aufsteiger Hüttenberg hatte bei seiner Auftaktpartie beim 26:33 beim SC Magdeburg nach guter Anfangsphase erwartungsgemäß keine Chance. Speziell das Tempo im Umschaltspiel aber auch in den Ballstafetten war oftmals noch eine Nummer zu schnell für den Liga-Neuling.

»Wir müssen unser Rückzugsverhalten verbessern und in den Nahtstellen besser verteidigen. Hier müssen wir uns steigern«, sagt der Hüttenberger Coach. Dennoch machte der erste Auftritt auch Mut, denn der TSV konnte einem Topteam phasenweise Paroli bieten. »Wir haben gesehen, dass wir mithalten können, wenn wir unser bestes Spiel machen. Um zu punkten müssen wir das aber über 60 Minuten schaffen«, ist die Bilanz des Isländers aus der Auftaktpartie. Allen voran Keeper Matthias Ritschel und Rückraumschütze Ragnar Jóhannsson zeigten mit starken Leistungen, dass die Mannschaft auf einem guten Weg ist.

Die Hüttenberger bestreiten am Donnerstag ihr zweites Auswärtsspiel hintereinander, was der Hallensituation geschuldet ist. »Da wir während der Schulzeit donnerstags nicht in der Osthalle spielen können ist uns Leipzig entgegengekommen und wir haben das Heimrecht getauscht«, erklärt Martin Volk von der Hüttenberger Handball Marketing GmbH & Co. KG. Daher müssen die TVH-Fans also drei Tage länger auf den ersten Bundesliga-Auftritt ihrer Mannschaft warten.

Obwohl beide Teams in den vergangenen Jahren in unterschiedlichen Ligen spielten, kennt man sich. In der letzten Hüttenberger Erstliga-Saison 2011/12 waren TVH-Kapitän Ritschel und Leipzigs Keeper Miloš Putera noch Teamkollegen. Zudem kreuzte man exakt vor vier Wochen beim Linden Cup bereits die Klingen. Bei der 25:30-Niederlage hatte der TVH seinen stärksten Turnierauftritt. »Hüttenberg spielt einen sehr disziplinierten Handball«, hatte SC-Coach Andre Haber nach dem Spiel gesagt. Zu überzeugen wusste der zu diesem Zeitpunkt gerade verpflichtete Vladan Lipovina im rechten Rückraum. Seine Durchschlagskraft aus der zweiten Reihe gilt es nach seinem Pflichtspieldebüt in Magdeburg noch besser zu integrieren. Zudem gilt es, die eigenen Fehler weiter zu minimieren, da diese wie in Magdeburg in der neuen Liga gnadenlos bestraft werden.

Rompf weiter angeschlagen

Eine Besonderheit bietet auch die Leipziger Bank: Trainer Marco Haber agiert als Platzhalter, bis Michael Biegler nach der Frauen-WM übernimmt. Haber wird dann ins zweite Glied zurücktreten, wo er bereits als Co. des neuen Männer-Bundestrainers Christian Prokop gearbeitet hatte.

Trotz Niederlage konnte der TV Hüttenberg, der wohl wieder auf den angeschlagenen Linksaußen Christian Rompf verzichten muss, übrigens durchaus positive Aspekte aus Magdeburg mit nach Hause nehmen. Einer davon ist der Blick auf die Tabelle. Rang 15 am Saisonende würde nämlich den Klassenerhalt bedeuten. »Den Platz würde ich sofort unterschreiben«, kommentiert ein schmunzelnder Moritz Zörb, wohl wissend dass es bis dahin noch ein steiniger Weg ist.


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