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Hüttenberg erwartet in Osthalle etliche alte Bekannte

Gießener Allgemeine Zeitung

Samstag, den 02. September 2017 um 07:47 Uhr

Heimpremiere für Aufsteiger TV 05/07 Hüttenberg – am Sonntag in der Gießener Osthalle. Und dabei gibt es ein Wiedersehen mit etlichen alten Bekannten aus Mittelhessen.

Von Markus Röhrsheim. Erstes Heimspiel in der Handball-Bundesliga am dritten Spieltag, und dazu gleich ein Hessenderby. Am Sonntag um 12.30 Uhr ist es so weit. Die Mannschaft von Aufsteiger TV 05/07 Hüttenberg läuft zum ersten Mal in der Gießener Sporthalle Ost – der neuen Heimstätte – ein und hofft darauf, diese genauso zum »Hexenkessel Mittelhessens« zu machen wie das nicht erstligataugliche heimische Sportzentrum in der Vergangenheit. Dafür bedarf es der Unterstützung durch die TVH-Fans, die, so hoffen Mannschaft und Verantwortliche, zahlreich das Abenteuer Handball-Bundesliga begleiten werden. Auch zur noch ungewohnten Anwurfzeit. Der starke, letztlich leider nicht belohnte Auftritt am Donnerstagabend in Leipzig bei der 25:26-Niederlage, war ein klares Zeichen, dass man sich nicht kampflos den finanziell übermächtigen Gegnern ergeben will.

Status quo: Klar rechnet man einem Aufsteiger bei Heimspielen größere Chancen für Punktgewinne zu.

Da es aber auch Hüttenbergs erstes Spiel auf dem nagelneuen, extra für die Hüttenberger Spiele verlegten Hallenboden ist, zudem in einer ungewohnten Halle, in der man auch nicht trainiert, werden sich auch die TVH-Handballer erst einmal eingewöhnen müssen. Die beiden Auftaktniederlagen in Magdeburg und Leipzig waren eingeplant – und von daher kein Beinbruch. »Wir müssen uns als Aufsteiger erst an das Tempo, die Schnelligkeit gewöhnen. Das war schon viel besser als in Magdeburg. Wenn die Mannschaft weiter so schnell lernt wie in den paar Tagen, dann werden wir eine gute Saison spielen«, war TVH-Trainer Aðalsteinn Eyjólfsson trotz der hauchdünnen Niederlage am Donnerstag in Leipzig nicht unzufrieden. Hatte er doch schon im Vorfeld betont, dass das Wichtigste die Entwicklung der Mannschaft ist, nicht so sehr die Ergebnisse.

Der Gegner: Den »MT Deutschland«, wie die Nordhessen nach den Sommer-Transfers der drei Europameister Tobias Reichmann, Finn Lemke und Julius Kühn genannt werden, trauen viele Experten eine sehr erfolgreiche Saison mit einer Abschlussplatzierung in den Top-6 zu. Denn mit dem 2,10 m langen Finn Lemke kam ein weiterer Spieler dazu, der aus dem Nationalteam als Abwehrchef nicht wegzudenken ist. Genauso wenig wie der pfeilschnelle und variantenreiche Rechtsaußen Tobias »Air« Reichmann oder Rückraum-Shooter Julius Kühn mit seinen hammerharten Würfen. Doch das vermeintlich leichte Auftaktprogramm wurde gleich zum Rundenauftakt zum Fallstrick, als man sich in Stuttgart mit 27:29 geschlagen geben musste. Und auch der 25:23-Heimsieg am Donnerstag gegen den VfL Gummersbach, am ersten Spieltag noch deutlich der HSG Wetzlar unterlegen, war alles andere als souverän. Somit müssen vor dem Heimspiel gegen Rekordmeister Kiel unbedingt zwei Punkte her bei den Nordhessen.

Was sagt Trainer Roth: »Klar gibt es angesichts unsere Neuzugänge eine hohe Erwartungshaltung. Die haben wir übrigens selber an uns auch. Dennoch dürfen wir jetzt nicht verkrampfen.« erklärt Melsungens Coach Michael Roth. »Wohin das führen kann, hat man in Stuttgart gesehen. Aber vielleicht war es sogar gut, dass wir nach dem Hype um uns als vermeintlicher Geheimfavorit eine Niederlage kassiert haben. Jetzt dürfte nämlich jeder erkannt haben, dass wir beileibe noch nicht die Mannschaft sind, die andere so gern in uns sehen.«

Wird es anders als in der Vorbereitung? Nur gut eine Woche nach dem Hüttenberger Trainingsauftakt standen sich beide Mannschaften im Sommer bereits in einem Benefizspiel gegenüber. Der klare 37:27-Sieg der Nordhessen sollte dabei aber nicht unbedingt der Gradmesser sein, auch wenn Trainer Aðalsteinn Eyjólfsson danach schon den Gegner in die absolute Liga-Spitze einordnete. Damals trug aber Vladan Lipovina noch nicht das Hüttenberger Trikot. Zudem war in diesem Spiel auch zu sehen, dass die früher in die Vorbereitung gestarteten Melsunger schon weiter waren.

Das Personal: Neben dem Holzheimer Timm Schneider, einer der Hüttenberger Aufstiegshelden 2011, kommen mit Trainer Michael Roth, den Müller-Zwillingen, Tobias Reichmann und Markus Allendorf etliche alte Bekannte nach Mittelhessen, die man aus ihrer Zeit bei der HSG Wetzlar kennt. Bei den Gastgebern stehen die Zeichen gut, dass endlich auch die letzten Spuren der offenbar im Trainingslager eingefangenen Virusinfektion verflogen sind und man erstmals mit einem in Vollbesitz seiner Kräfte stehenden Kader auflaufen kann. Lediglich Linksaußen Christian Rompf laboriert immer noch an einer Leistenverletzung und wird wohl weiter fehlen.


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