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Immerhin 20 Minuten den Meister geärgert

Gießener Allgemeine Zeitung

Freitag, den 06. Oktober 2017 um 07:20 Uhr

Nach zuletzt zwei Remis muss sich der TV 05/07 Hüttenberg in der Handball-Bundesliga wieder geschlagen geben. Dennoch verkaufen sich die Mittelhessen auch bei Meister Rhein-Neckar Löwen teuer.

Von Markus Röhrsheim. Auch der TV 05/07 Hüttenberg war dem Deutschen Meister nicht gewachsen. Mit 21:31 (12:15) unterlag der mittelhessische Aufsteiger am Donnerstagabend den Rhein-Neckar Löwen, die damit, nach dem Triumph gegen den THW Kiel sowie dem Kantersieg am Dienstag gegen den bisherigen Tabellenführer TSV Hannover-Burgdorf, den dritten Heimsieg innerhalb von nur fünf Tagen feierten.

Dabei verkaufte sich die Mannschaft von Trainer Aðalsteinn Eyjólfsson aber gerade in der ersten Spielhälfte bestens. Bereits in der 6. Minute warf Kreisläufer Mario Fernandes mit dem 3:2 zur ersten Gäste-Führung ein. Doch nicht nur dreimal hintereinander fanden die Hüttenberger Rückraumspieler den Weg an den Kreis, sondern sie schlossen auch selbst erfolgreich ab. So wie beim 8:6 in der 14. Minute, als der Halbrechte Ragnar Jóhannsson einen seiner gefürchteten Stemmwürfe ins Netz wuchtete. Der Isländer war zudem in der Deckung immer früh an Mads Mensah Larsen und ließ die dänische Wurfmaschine erst gar nicht ins Rollen kommen. Da zudem Matthias Ritschel im Gäste-Tor die eine oder andere Löwen-Chance entschärfte, konterten die Mittelhessen einen zwischenzeitlichen 4:0-Lauf der Gastgeber durch Rechtsaußen Daniel Wernig und Jannik Hofmann zum 10:10 in der 21. Minute. »Danach haben wir das Spiel besser in den Griff bekommen und besser verteidigt«, sagte Löwen-Trainer Nikolai Jacobsen, dessen Team dann doch mit einem 15:12-Vorsprung in die Pause ging.

Vorne kein Glück, hinten Pech

»Ich wusste, dass 60 Minuten gegen die Löwen lang werden. Wir haben gut verteidigt, hatten aber in der zweiten Halbzeit nur noch drei gehaltene Bälle. Ich hatte gehofft, dass wir sie etwas mehr ärgern können, aber dafür haben wir zu viele Fehler gemacht. Wir hatten uns eigentlich vorgenommen nicht über den »Tower« Guardiola zu werfen, haben es dann aber doch gemacht«, analysierte TVH-Trainer Eyjólfsson. Im zweiten Abschnitt prallten die Hüttenberger immer öfter am starken Mittelblock der Gastgeber ab oder scheiterten an Andreas Palicka im Löwen-Tor, der am Ende eine Quote von 40 Prozent gehaltenen Bällen hatte.

So musste »Adli« Eyjólfsson angesichts des 13:20-Rückstands schon in der 36. Minute zur grünen Karte greifen. Da Vladan Lipovina Mitte der zweiten Hälfte viermal hintereinander traf, hielt der Aufsteiger beim 18:24 den Abstand konstant. Doch die individuelle Klasse des deutschen Meisters war immer weniger zu kontrollieren, sodass der TVH die Löwen am Ende bis auf zehn Tore wegziehen lassen musste. Trainer Jacobsen war dies fast unangenehm: »Am Ende fiel der Sieg ein bisschen zu hoch aus, weil Hüttenberg das eigentlich sehr gut gemacht hat.«

Rhein-Neckar Löwen: Appelgren, Palicka; Schmid (7/1), Bliznac, Sigurðsson, Radivojecvic, Baena (3), Tollbring (5/2), Rnic, Mensah Larsen, Pekeler, Groetzki (6), Reinkind (7), Taleski (3), Guardiola, Petersson.

TV Hüttenberg: Ritschel, Schomburg; Stefan, Sklenák, Lambrecht, Wernig (2/1), Rompf, Zörb (1), Fernandes (3), Jóhannsson (2), Sicko, Roth (2), Mappes (2), Hofmann (2), Hahn (1), Lipovina (6).

Im Stenogramm: SR: Thiyagaharaj/Thiyagaharaj (Gummersbach). – Z.: 4598. – Strafminuten: 0/6. – Siebenmeter: 4/3 – 3/2.


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