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Hüttenberg belohnt Aufholjagd mit Unentschieden gegen Göppingen

Aktuelles

Sonntag, den 01. Oktober 2017 um 21:09 Uhr

Erster Punkt in der Osthalle in Gießen – Zwischenzeitlich mit sechs Toren im Rückstand

Jubel beim TVH-Team nach dem Unentschieden (Foto: Marc Thürmer)(lum) Was für eine Schlussphase! Der TV 05/07 Hüttenberg hat im Heimspiel in der DKB Handball-Bundesliga am Sonntagmittag seinen ersten Punkt in der Spielzeit 2017/18 vor eigenem Publikum gesammelt. In der Sporthalle Gießen-Ost holten die Blau-Weiß-Roten einen Sechs-Tore-Rückstand auf und sicherten sich beim 28:28 (16:16) einen verdienten Punkt. Damit steht das Team von Trainer Aðalsteinn Eyjólfsson nach dem siebten Spieltag auf Rang 16 – einem Nichtabstiegsplatz. Dahinter folgen der VFL Gummersbach und TuS N-Lübecke.

Vor 1739 Zuschauern in der Sporthalle-Ost in Gießen war Hüttenberg mit 1:0 durch Jannik Hofmann in Front gegangen. Über das 3:2 von Mario Fernandes behauptete der Außenseiter zunächst einen knappen Vorsprung, musste Göppingen aber beim 5:4 in Führung gehen lassen. Die Baden-Württemberger brauchten einen Moment, bis sie in die Partie gefunden hatten. Unter der Woche hatte Frisch auf zudem seinen Trainer entlassen. Magnus Andersson musste nach einem miserablen Saisonstart gehen. Neu-Coach Dr. Rolf Brack, hatte zunächst nur vier Trainingseinheiten mit der Mannschaft absolviert. Dennoch traten die Gäste in der Fremde selbstbewusst auf und erkämpften sich nach guten 23 gespielten Minuten einen 13:9-Vorsprung. Die Leistung der Blau-Weiß-Roten war bis dahin zu wechselhaft geblieben. Gerade im Angriff vergab Hüttenberg eine ganze Reihe an Möglichkeiten und ließ den EHF-Pokalsieger enteilen. Gegen den spielstarken Rückraum der Gäste hatte Eyjólfsson zunächst auf seine 3:2:1-Deckung gebaut, später dann aber auf eine 5:1-Deckung gewechselt, da Göppingen die richtigen Mittel gegen den Abwehrverbund gefunden hatte. Mit einem 11:16-Rückstand ging es in die Pause.

Die Göppinger Abwehr stemmt sich gegen Vladan Lipivonas Wurf  (Foto: Marc Thürmer)Nach dem Wiederanpfiff erzielte Frisch auf direkt das nächste Tor zum 17:11. Nun lag es an den Hausherren, die richtige Antwort zu finden. Gestützt auf eine starke Torhüterleistung von Fabian Schomburg, der von der anwesenden Fachpresse zum Mann des Tages gewählt wurde, ging Hüttenberg zur Aufholjagd über. Mit schnellem Konterspiel reagierten Daniel Wernig und Moritz Lambrecht auf die technischen Fehler der Gäste und ließen den TVH beim 14:17 den Weg zurück in das Spiel finden. Göppingen gelang es zwar weiterhin vorzulegen, doch die Gastgeber blieben dran. Als Wernig per Siebenmeter das 19:21 einwarf und gleich darauf Fabian Schomburg erneut eine starke Parade zeigte, war auch endlich das Publikum voll im Spiel. Getragen von einer tollen Kulisse gelang dem TVH beim 23:23 sogar der Ausgleich, doch die Grün-Weißen blieben vorne. Eyjólfsson reagierte und ließ seine Mannschaft nun ein ums andere Mal mit dem siebten Feldspieler agieren – mit Erfolg! Vladan Lipovina brachte Hüttenberg beim 24:26 (55.) und 25:26 (58.) erneut heran und diesmal hatte Göppingen keine Zeit mehr direkt die richtige Antwort zu finden. Obwohl die Gäste per Doppelkempa das 28:27 rund eine halbe Minute vor dem Spielende erzielten, blieb dem TVH noch Zeit für einen allerletzten Angriff. Ragnar Johannsson fand nach der schnellen Mitte seinen Kreisläufer Fernandes im Zentrum, der aus sechs Metern zum umjubelten Ausgleich verwandelte und nach einem Vollsprint in der Abwehr den letzten Pass der Gäste blockte.

Aufstellung Hüttenberg: Ritschel Schomburg; Stefan, Sklenak (3), Lambrecht (1), Wernig (4/2), Rompf (1), Zörb (1), Fernandes (5), Johannsson (4), Sicko (1), Roth (1), Mappes (2), Hofmann (1), Hahn, Lipovina (4).

Aufstellung Göppingen: Prost, Rebmann; Kneule (4), Ritterbach, Damgaard (3), Bagersted (1), Sesum (4), Fontaine, Urban (6), Schiller (5/3), Pfahl (4), Schöngarth , Kozina (1).

Zeitstrafen: 4:6 Min. – Siebenmeter: 2/2:4/4. – Zuschauer: 1739. – Schiedsrichter: Dinges / Kirsch.

TVH-Cheftrainer Aðalsteinn Eyjólfsson:
„Wenn wir das einfach analysieren, hat es Göppingen in der ersten Halbzeit gut geschafft, uns im Angriff zu isolieren. In der Abwehr haben wir zu viele einfache Tore über die Außen bekommen. Mit der 5:1-Deckung haben wir nach 15 Minuten etwas mehr die Kontrolle bekommen, auch wenn unsere Torhüterleistung bis dahin durchwachsen war. Bis zur 12. Minute haben wir auch einen sehr guten Angriff gespielt, doch gegen Ende der ersten Halbzeit bekommen wir durch schnelle Gegenstöße die Grenzen aufgezeigt, auch weil wir zu viele Chancen verwerfen. In der zweiten Halbzeit spielen wir mit einer viel bissigeren 3:2:1-Deckung und hatten unser System wieder gefunden. Als wir in der 52. Minute den Ausgleich erzielen, machen wir direkt danach wieder drei technische Fehler. Da müssen wir cooler werden. Im Endeffekt haben wir heute einen Punkt gerettet und müssen gegen diese Mannschaft damit sehr zufrieden sein. Die Stimmung auf den Rängen war wieder überragend. Vielen Dank für die Unterstützung.“

FRISCH AUF! - Trainer Dr. Rolf Brack:
„Wenn man drei Sekunden vor Schluss den Ausgleich bekommt, ist man natürlich enttäuscht. Nach dem kurzfristigen Trainerwechsel ist in dieser Woche viel auf die Mannschaft eingeströmt. In der ersten Halbzeit hatten wir ein sehr gutes Angriffsspiel. In der zweiten Halbzeit unterlaufen uns zu viele technische Fehler und der Hüttenberger Torwart Schomburg wird zum Matchwinner dank vieler Paraden bei freien Würfen. Daniel Fontaine war aus dem Training heraus angeschlagen und so fehlten am Ende die Wechselmöglichkeiten. In der zweiten Halbzeit war spielentscheidend, dass wir im Angriff keine Zweikämpfe mehr gegen die 3:2:1-Abwehr gewonnen haben. Mit dem Tempospiel bin ich bei 10 Treffern eigentlich zufrieden, aber am Ende verwerfen wir zu viele freie Chancen."


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